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Texas - Southside



Release Info: 1989 - Mercury - Full Length
Band Info: Schottland - 1986 Rock
Bewertung: 7


Songs:

1. I Don't Want A Lover
2. Tell Me Why
3. Everday Now
4. Southside
5. Prayer For You
6. Thrill Has Gone
7. Fight The Feeling
8. Fool For Love
9. One Choice
10. Future Is Promises

In Schottland wachsen keine Kakteen, kein Wüstenstaub dörrt die Kehle aus, und Pistolen-Duelle sind kaum zu befürchten. Doch genau diese Bilder men- schenleerer, grenzenloser Weite und der Lonesome Cowboys beschwören vier junge Musiker aus dem Norden der britischen Insel. Wer Wim Wenders' Film "Paris, Texas" gesehen und Ry Cooders Soundtrack voller wehmütiger Slidetöne gehört hat, dem kommt die melancholische Seite des Texas-Sounds vertraut vor. Das Quartett aus dem Süden Glasgows geht gar so weit, sein Debüt-Album mit eindeutiger Anspielung auf Ry Cooder zu eröffnen. Doch fix gewinnt die erste Single-Auskopplung I Don't Want A Lover an Dynamik, vertreibt ein steter Beat kraftvoll die Tristesse, heult eine Mundharmonika los. Und wenn dann Sängerin Sharleen Spiteri ihr sattes, volltönendes Organ einsetzt, ein paar Honky-Tonk-Akkorde dazwischenplatzen, ist der Ohrwurm auch schon per- fekt. Das flexible, stets stabile Rhythmus-Rückgrat bilden Drummer Stuart Kerr und Bassist Johnny McElhone - verläßliche Grundlage für den fingerfer- tigen Bottleneck-Spieler Alistair McErlaine. Selbst mit sparsamsten Mitteln schafft er es noch, ein Spannungsfeld zu erzeugen. Bei einem Song wie Every- day Now fällt dies um so mehr auf, weil das Stück fast schon kopiehafte Züge von Bob Dylans I Shall Be Released zeigt. Mit dem Instrumental Seven Seconds bewegen sich Texas ganz auf klassischem Rhythm & Blues-Terrain, zeigen im Gospel-Feeling von Prayer For You dann umgehend wieder eine sehr eigenwil- lige Note, um in Thrill Has Gone oder Fool For Love als kantigere Fleet- wood-Mac-Ausgabe griffigen Gitarren-Pop zu präsentieren. Und stets aufs neue schlagen die Duelle zwischen Sharleen Spiteris expressiver Stimme und den in allen Klangfarben schillernden Saitenkapriolen Alistair McElaine den Bann. Sein Spiel hat Klasse - ob herzzerreißendes Slidegewimmer zur Ballade Fu- ture Is Promises oder das grelle Riff-Stakkato à la U2 in der hitverdäch- tigen CD-Zugabe Faith. Den rauhen Zutaten zum Trotz gelang Tim Palmer ein sehr präsentes, durchsichtiges Klangbild. (AMAZON)

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