Ein feines Metal Package aus Übersee machte an diesem kalten Mittwoch im Dynamo Halt. Klar, nahm ich die wie immer beschwerliche Anreise nach Zürich in Kauf. Der Saal war recht gut gefüllt und die Anwesenden kamen in den Genuss eines vergnüglichen Abend. Die Merchpreise lagen im Rahmen, weshalb einer ausgedehnten Shoppingtour nichts im Weg stand. Die beiden Supportbands waren erst auf einer Tour in Amerika mit Lutharo, einer meiner absoluten Lieblingsbands und auch auf der ‘70000 Tons of Metal’ Kreuzfahrt waren die drei Bands an Bord. So erstaunte es nicht, dass der Gitarrist von Seven Kingdoms im Lutharo Shirt auf der Bühne stand.
Seven Kingdoms
Bereits seit 18 Jahren geistert der Name durch die Szene. In
dieser Zeit nahm die Band fünf Alben und drei EP’s auf. Man konnte
songtechnisch also aus einer stattlichen Anzahl Songs wählen. Die Frühwerke
kamen allerdings kaum zum Handkuss, man konzentrierte sich auf die letzte EP
«The Square» und dem vor drei Jahren erschienenen Longplayer «Zenith». Mit Bassisten hat die Band seit je her am
meisten Probleme und seit 2022 ist diese Position vakant. Deshalb tritt man
momentan ohne Bassist auf, was etwas schade ist. Sängerin Sabrina Valentine
überraschte schon mal die Fans in dem sie in flauschigen Burger-Pantoffeln auf
die Bühne watschelte, auch wenn dies modisch zu ihrem Glitzerkleid doch einer
ziemlichen Sünde gleichkam. Karl Lagerfeld hat sich wohl im Grab umgedreht. Die
Mischung aus Heavy und Power Metal kam beim Publikum recht gut an, auch wenn es
den Amerikanern aus Florida schon immer etwas an Eingängigkeit mangelt.
Trotzdem war der Zuspruch recht gross und der eine oder andere neue Fan konnte
nach diesem guten Auftritt dazugewonnen werden.
Setlist: «Diamond Handed» - «A Silent Remedy» - «The Square»
-«Through These Waves» - «Vanlonqar» - «Wilted Pieces» - «Magic In The Mist» - «The
Serpent And The Lotus» - «In The Walls»
Striker
Im Gegensatz zu Seven Kingdoms haben Striker mit
Eingängigkeit null Probleme. Mit schrillen Kostümen, welche an die 80er
erinnerten enterten die Kanadier die Bühne. Neonfarben, Basketballshirts,
Sonnenbrillen und bunte Hemden, dazu absolut kultiges Posing, gepaart mit einer
ansteckenden Spielfreude, das sind Striker. Bereits sieben Alben haben die
Kanadier auf ihrer Habenseite, einziges Gründungsmitglied ist Dan Cleary.
Drummer Jonathan Webster wurde ausserdem auf der Tour von Lutharo Trommler Cory
Hofing ersetzt.Mit der neusten Bandhymne «Best of the Best of the Best»
startete man ins Set und hatte das Publikum somit von der ersten Minute an auf
ihrer Seite. Definitiv eine kluge Wahl. Dass die Band Spass hatte und sich
selbst nicht allzu ernst nimmt, bewies Sänger Dan, der
seinen Gitarristen Timothy kurzerhand als ‘Vanilla Gorilla’ bezeichnete. Auch
wenn vor allem das letzte Album «Ultrapower» zu Ehren kam, gab es an der
Setliste wenig auszusetzen. Wieso auch? Bei Hits wie «Sucks To Sucks», «Circle
Of Evil» oder dem schon erwähnten «Best of the…» kann man als Band nur
gewinnen. Striker…das war wirklich Best of the Best!
Setlist: «Best of the Best of the Best» - «Born To Lose» - «Heart
Of Lies» - «Blood Magic» - «Sucks To Suck» - «Ready For Anything» - «Thunderdome»
- «Circle Of Evil» - «Former Of Glory» - «Phoenix Lights»
Unleash The Archers
Wie auch Striker stammt der Headliner aus Kanada, genauer
aus Vancouver. Lustigerweise sind gleich
alle drei Bands 2007 gegründet worden, ein weiterer Wink, dass dies das perfekt
zusammengestellte Package war. Die
Truppe von Sängerin Brittney Slayes bringt es auf sechs Alben, wobei man die
Death Metal Einflüsse auf den neusten Ergüssen deutlich zurückschraubte. Trotzdem wird glücklicherweise nicht nur
Material der neusten Alben «Phantoma» und «Apex» gespielt, sondern auch
Klassiker wie «Tonight We Ride» oder dem Stan Rogers Cover «Northwest Passage».
Brittney besticht durch eine fantastische Gesangsleistung, aber auch ihre
Bandkumpanen lassen sich nicht lumpen und liefern eine gnadenlos gute Show ab.
Die Stimmung wurde immer besser, so dass nicht nur die Damen am Merchandise
Stand mitgerissen werden. Darunter übrigens auch All For Metal Saitenhexerin
Jasmin Pabst, welche als Fotografin auch für das FFM Rock Magazin unterwegs
war. Auch die Musiker der Supportbands mischten sich unter das Volk und
feierten eine gelungene Metalparty. Auch wenn alle drei Bands abgeliefert
haben, dürfte sich Striker den innoffiziellen Titel «Band des Abends» geholt
haben. Ganz knapp dahinter folgen
Unleash The Archers. Die Reise nach Zürich hat sich mehr als gelohnt.
Setlist: «Ph4/NT0mA» - «Ghosts In The Mist» - «Green & Glass»
- «Gods In Decay» - «Awakening» - «The Matriarch» - «Apex» - «Abyss» - «Soulbound»
- «Faster Than Light» - «Tonight We Ride» - «Northwest Passage»
Seven Kingdoms
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