Unter dem Motto «Unholy Trinity»
machten drei grosse Black Metal Bands an diesem Dienstag Halt in Zürich. Diesem
Aufruf folgten sehr viele Fans, so dass die Halle 622 sehr gut gefüllt war,
wenn auch der Balkon nicht geöffnet wurde. Unheilig war nicht nur die Musik,
sondern leider auch die Merchandise Preise des Headliners. 50 Franken für ein
Shirt und 95 für ein Hoodie sind einfach nur überrissen. Zum Glück mussten die
beiden Supportbands mit den Preisen nicht ganz so hoch mitgehen, so dass ein
Shirt für vierzig Kröten erstanden werden konnte. Der zweite Negativpunkt
betrifft die Halle 622 selber. Es ist schon erstaunlich, dass eine Eventhalle es
nach einer Pandemie nicht nötig hat, Geld zu verdienen. Anders ist es nicht zu
erklären, dass bereits kurz nach dem Start von Behemoth, der Getränkestand in
der Halle schliesst und sich im Foyer an der verbleibenden Theke ein beträchtlicher
Andrang dafür sorgte, dass viele Fans auf den Kauf eines kühlen Drink verzichteten.
Rotting Christ
Ginge es nach der Fanzugehörigkeit wären Rotting Christ wohl nicht der Opener gewesen, schliesslich waren deutlich mehr Shirts der Griechen als von Satyricon zu sehen. Dementsprechend ausgelassen war die Stimmung, als Rotting Christ die Bühne betraten. Sakis Tolis und seine Mitstreiter strotzten vor Spielfreude und so wurde der 40minütige Gig zu einem eindrücklichen Triumphzug. Als riesiger Fan des neusten Meisterwerkes «Pro Xristou» fand ich es zwar schade, dass nur «Like Father, Like Son» gespielt wurde, aber bei so kurzer Spielzeit auch irgendwie verständlich. Denn egal ob «666», «Non Serviam» oder das abschliessende «Grandis Spiritus Diavolos», Rotting Christ brillierten in jeder gottverdammten (Sorry für den Ausdruck, aber er passt doch wunderbar oder…?) Minute.
Die Wucht des Gigs in Verbindung mit dem geilen Sound war nur zum geniessen und ich fragte mich ernsthaft, ob wir hier schon den heimlichen Sieger der «Unholy Trinity» zu sehen bekamen. Im Gegensatz zum späteren Headliner, brauchten Rotting Christ auch keine Gimmicks und Pyros, sondern sie liessen die pure Musik sprechen. Für Bewegung sorgten Gitarrist Kostis Foukarakis und Bassist Kostas Heliotis, während Sakis schon nur mit seiner Präsenz das Publikum für sich einnahm. Ja, die Spielzeit war schon viel zu kurz, aber diese Zeit nutzten Rotting Christ perfekt.
Setlist: «666» - «P’unchaw Kachun – Tuta Kachun» - «Fire, God And Fear» - «Kata Ton Daimona Eatoy» - «Like Father, Like Son» - «Elthe Kyrie» - «Non Serviam» - «Societas Satanas» - «Grandis Spiritus Diavolos»
Satyricon
Auch
wenn die norwegische Black Metal Legende noch nie zu meinen Favoriten gehört
hat, freute ich mich auf den Auftritt, zumal es eine Premiere für mich war. Satyr
betrat um 19:30 mit einer grossen Flagge die Bühne und entfachte sofort ein
wahres Inferno. Während man von Drummer Frost nur die dauerwehende Mähne sah,
war der Sänger mit seiner weissen Jeansweste optisch auffälliger. Spätestens
beim genialen «Black Crow On A Tombstone» war Zürich im Satyricon Fieber. Die
Livemusiker (unter anderem Anthrax Bassist Frank Bello) sorgten für einen
unglaublich fetten Sound und schafften es so, die kalte Atmosphäre von
norwegischem Black Metal auf ein neues Niveau zu heben.
Die Arbeiten am Nachfolger des letzten richtigen Studioalbums «Deep Calleth Upon Deep» von 2017 sind übrigens weit fortgeschritten und so kam das Publikum heute in den Genuss eines noch nicht betitelten, neuen Song. Dies allerdings nur instrumental, aber das klang doch ziemlich stark. Selbstverständlich durften auch die Meisterwerke «Mother North» und «K.I.N.G.» nicht fehlen. Sie rundeten einen sehr starken Auftritt ab und so durfte ich überraschend feststellen, dass mir Satyricon live um einiges besser gefallen.
Setlist: «Now, Diabolical» - «Repined Bastard Nation» - «Black Crow On A Tombstone» - «To Your Brethren In The Dark» - «Forhekset» - «New Song» - «The Pentagram Burns» - «Mother North» - «K.I.N.G.»
Behemoth
Ein grosses weisses Tuch versperrte die Sicht auf die Bühne und als er fiel, standen Behemoth auf der Bühne und los ging die wilde Reise. Seltsamerweise durften die Fotografen erst ab dem zweiten Song in den Fotograben, weil die Band massenhaft Pyros mitgebracht hat. Nun, die Feuerwerkshow ging erst ab dem zweiten Song los, weshalb das fotografieren, im wahrsten Sinne des Wortes, brandheiss wurde. Sänger Nergal bedankte sich schon früh und meinte dass diesmal die Stimmung wesentlich besser wäre als damals in der Samsung Hall (damals zusammen mit Carcass und Arch Enemy). Sicher ist, dass Behemoth mittlerweile eine unglaublich dichte und routinierte Show abliefern.
Massenweise Pyrotechnik, dazu ein imposanter Bühnenaufbau mit zwei hohen Gerüsten mit kleinen hoch gelegenen Podesten und dazu eine perfekte Choreografie. Mit einem Wort: Kein Behemoth Fan dürfte nach dem Gig enttäuscht nach Hause gegangen sein, allerdings setzte sich nach den beiden genialen Supportbands so etwas wie Genügsamkeit. Das lag vielleicht auch daran, dass die Musik ob aller Show fast ein wenig in den Hintergrund geriet. Auch das Herunterlassen eines weiteren Vorhanges bei «Wolves Ov Siberia» fand ich nicht sehr prickelnd, weil die projizierten Bilder kaum zu sehen waren. Aber trotzdem hat die «Unholy Trinity» das gehalten was man gehofft hatte. Einen Abend voll dunkler Musik mit drei richtig starken Bands.
Setlist:
«The Shadow Elite» - «Ora Pro Nobis Lucifer» - «Demigod» - «The Shit Ov God» - «Conquer
All» - «Blow Your Trumpets Gabriel» - «Ov Fire And The Void» - «Christgrinding
Avenue» - «Bartzabel» - «Wolves Ov Siberia» - «Once Upon A Pale Horse» - «Christians
To The Lions» - «Cursed Angel Of Doom» - «Chant For Eschaton 2000» - «O Father
O Satan O Sun!»
Rotting Christ























































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