Bewertung: 8
1. The Arrival (Intro)
Ich liebe die Musik von Desaster aus Koblenz, seit ihr Debütalbum „A Touch Of Medieval Darkness“ 1996 die Metal-Underground-Szene erschütterte. Ihre Musik verkörperte schon immer meine beschränkte Vorstellung von Black Metal (auch wenn sich diese im Laufe der Zeit definitiv verändert hat): Primitive Musik, vermittelt durch unerbittlichen Blackened Thrash und brachialen Gesang, der unterstreicht, dass dieser Band jeglicher Glamour und jegliche Allüren fehlt. Leider langweilte mich die Metal-Szene um 2000/01 zunehmend, ebenso wie der absurde Aufschwung des Retro-Thrash durch Bands wie Nocturnal Breed, Desekrator, Nifelheim und Occult, deren Veröffentlichungen alle so sehr miteinander verschmolzen, dass sie sich, egal welche auf dem Plattenspieler lief, immer gleich anhörten. Ich hätte nie gedacht, dass diese Band 2005, fast zehn Jahre nachdem sie mich damals so umgehauen hatte, zurückkehren und genau das bieten würde, was mich damals so begeistert hatte. Obwohl ich mich normalerweise eher im Bereich des langsamen, dröhnenden Black Metal bewege, der an Godflesh erinnert, erinnere ich mich jetzt wieder daran, warum ich meine Punkrock-Platten von damals beiseitegelegt habe, um mich etwas ebenso DIY-mäßigem zuzuwenden. Desaster, die unzählige Male zugegeben haben, nichts anderes als eine moderne Version von Destruction zu sein (obwohl sie seltsamerweise besser sind als die moderne Destruction), entfesseln erneut ihren Black Metal im Underground. Die Musik ist roh, kalt, temporeich und voller Hass und hat vielleicht ein Stück weit meinen Glauben an Black Metal wieder entfacht ... zumindest meinen Glauben daran, dass weniger bekannte Innovatoren wie diese etwas veröffentlichen können, das durchweg nicht mittelmäßig ist. Ich bin nicht mal verärgert über ihren Wechsel zu Metal Blade, denn ich weiß, dass sie wenigstens so skrupellos sind, sich auf das zu konzentrieren, was sie wirklich draufhaben, und sich diesmal nicht die Mühe machen werden, ihren Sound neu zu erfinden, um ein paar weitere ahnungslose Fans zu gewinnen. Mit Angelwhore werden sie sicherlich keine neuen Anhänger gewinnen, aber ich bezweifle, dass das überhaupt ihre Absicht war. (METAL ARCHIVES)


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