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Live: Thundermother in der Mühle Hunziken



Thundermother - Cobra Spell
Mittwoch 10.12.2025 - Mühle Hunziken, Rubigen

Im Live-Bericht vom März 2025 im Z7 attestierte der werte Kollege Tinu den Donner-Mamis, dass sie nach den ersten Auftritten und darauffolgenden Album «Dirty & Devine» zu einer festen Einheit zusammengewachsen seien. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen. Wer Angst gehabt hat, dass Thundermother nach der Rundum-Erneuerung (Bandleaderin Filippa setzte die ganze Besetzung auf die Strasse, und die Geschassten gründeten daraufhin The Gems) an Boden verlieren würden, sah sich spätestens heute Abend eines Besseren belehrt. Die aktuelle Formation ist wohl die Beste in der Geschichte der Schwedinnen und schlägt die "Edelsteine" nicht nur in Sachen Songwriting, sondern auch live um Welten! (rön)

Im Vorprogramm standen Cobra Spell, die Band um Gründerin Sonia "Anubis" Nusselder (Ex-Burning Witches, Ex-Crypta) und Leadsängerin Kristina Vega. Dazu gehört noch Rhythmus-Gitarrist Adri Funêrailles, und kurz vor der Tour wurde die Rhythm-Section mit Bel Mena (b) und Hale Naphtha (d) durch das männliche Duo Ricardo López (b) und Eric Martinez Balanza (d) ersetzt. (rsl)

Cobra Spell


Schaut man sich mal an, wie viele Musikerinnen und Musiker sich seit der Gründung 2019 schon die Klinke in die Hand gegeben haben, dann spricht das nicht gerade für Kontinuität. Nichtsdestotrotz stürmte die Truppe voller Energie auf die Bühne und musste auf der eh schon nicht so grossen Fläche, da Support, mit noch weniger Platz auskommen. Das behinderte die Band aber nicht im Geringsten, im Gegenteil. Im Fokus standen Sonia mit flinken Soli und vor allem Kristina, die über eine hammermässige Gesangsstimme verfügt! Einige Passagen verlangten offensichtlich einiges an Power, was der Spanierin jedoch mühelos gelang. Dabei legte sie die göttliche Gabe hin, sehr kräftig performen zu können, aber nie etwa schreiend oder gar kreischend unterwegs zu sein.

Die meisten gespielten Songs stammten ab dem full-lenght Debüt «666», das mittlerweile schon zwei Jahre alt ist. Zu den Highlights des Abends zählten unter anderem «Satan Is A Woman", eine Nummer die sich mittlerweile zur Hymne der Band entwickelt hat und von Miss Vega mit enormer Bühnenpräsenz vorgetragen wurde. Dazu gehörte auch «Warrior From Hell, wo Sonia Anubis ihr technisches Können an der Gitarre mit filigranem Spiel unter Beweis stellte, was in der intimen Atmosphäre der Mühle Hunziken ordentlich gut zur Geltung kam. Der Sound war grundsätzlich auch ganz ok, auch wenn mein Sitzplatz unten und ganz hinten an der Wand letztlich nicht so optimal war. Nach 35 Minuten wurde die Bühne geräumt und der Merchstand zum Leben erweckt, der sehr gut frequentiert wurde. (rsl)

Setliste: «Intro» - «The Devil Inside Me» - «Satan Is A Woman» - «S.E.X.» - «Love Crime» - «Poison Bite» - «Warrior From Hell» - «Addicted To The Night»

Thundermother


Sängerin Linnéa Vikström singt nicht nur wie eine Göttin, sondern besitzt eine atemberaubende Bühnenpräsenz. Nachdem sie im März während des Konzertes an der Bar ein Bier bestellt und danach im Publikum weiter sang, war sie heute in der Mühle Hunziken plötzlich einen Stock höher mitten in den Fans zu finden. Und was bitteschön soll man zur Performance von Schlagzeugerin Joan Massing denn sagen, ohne zu sehr auf Superlative zurück zu greifen? Schlicht Wahnsinn, welches Energiebündel da auf die Felle eindrischt. Schliesslich wäre da noch die Bassistin Majsan Lindberg, die ihren Bewegungsdrang auf der Bühne ausleben konnte und ausserdem bei «Whatever» mit ihrer grossartigen Stimme aufhorchen liess. Dass Oberhaupt Filippa live eine wahre (sorry für den Begriff…) Rampensau abgibt, ist wahrlich nichts Neues.

Rocken bis der Arzt kommt? Für Filippa wurde dies heute Abend leider Tatsache, als sie beim letzten Song einen Misstritt auf/von der Bühne machte und danach von ihren Mädels gestützt und weggetragen werden musste. Selbstredend mit einem fetten Grinsen im Gesicht und im Wissen, dass man einen grossartigen Auftritt hingelegt hatte. Der Gig selber hätte etwas besseres Licht und etwas weniger Nebel vertragen, war ansonsten aber ein absoluter Hochgenuss. Linnéa hatte in der Wahl der Garderobe zwar insofern kein glückliches Händchen, da sie vor lauter Bewegung immer die Träger wieder in die richtige Position bringen musste, aber sie hatte ihr Publikum von der ersten Minute an im Griff.

Die Mitsing-Spielchen bei «I Don’t Know» oder «Speaking Of The Devil» wurden lautstark erwidert, und ausserdem verstand sie es meisterhaft die gesamte Mühle in Beschlag zu nehmen. Kein leichtes Unterfangen, weil das Kultlokal mit zwei Stockwerken in die Höhe ragt. Kleine Überraschungen gab es auch: Bei «Shoot To Kill» bauten Thundermother kleine Sequenzen von Black Sabbath, Lenny Kravitz und Deep Purple ein und nach «Thunderous» überbrückte Filippa die normale Pause vor den Zugaben mit einem Solo. So mussten die Fans nicht einmal nach einer Zugabe rufen. Beim abschliessenden «Driving In Style» stürmten Cobra Spell die Bühne und feierten mit Thundermother auf der Bühne und es kam zu einem kleinen Duett zwischen Cobra Spells Sängerin Kris und Linnéa.

Nach achtzig schweisstreibenden Minuten war leider definitiv Schluss, aber diese waren gefüllt mit Musik, weil man auf ellenlange Reden verzichtete. Trotzdem, dürften es das nächste Mal gerne neunzig Minütchen sein. Beide Bands standen danach am Merchstand, um ihren Fans den Wunsch nach Autogrammen oder Selfies zu erfüllen, ausser natürlich Filippa, der ich hier schnelle Genesung wünsche. An den folgenden Konzerten musste sie auf einem Stuhl musizieren, was ihr wahrscheinlich nicht ganz leicht gefallen sein dürfte. (rön)

Setliste: «Can You Feel It» - «Loud And Free» - «The Road Is Ours» - «So Close» - «Bright Eyes» - «Take The Power» - «Dead Or Alive» - «I Don’t Know You» - «I Left My License In The Future» - «Dog From Hell» - «Whatever» - «Shoot To Kill» - «Drum Solo» - «Try With Love» - «Thunderous» - «Guitar Solo» - «Hellevator» - «Speaking Of The Devil» - «Driving In Style»


Cobra Spell



Thundermother








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