1. Tipping Point
Wer sich den Podcast «Churz & Knackig» anhört, hat mich bereits grosse Töne spucken hören. Nämlich dahingehend, dass das neue, damals noch ungehörte, neue Album von MEGADETH für mich schon jetzt das Werk des Jahres sein wird. Im Hier und Jetzt höre ich mir «Megadeth» an und kann bestätigen, dass ich mit meiner grossen Schnauze recht hatte.
Die Jungs um Bandleader Dave Mustaine (Gesang, Gitarre) klingen wie der eigene Jungbrunnen und schiessen Metal und Thrash Geschosse aus dem Ärmel, als wäre es das Leichteste auf dieser Welt. Dabei erklingen ab und zu kleine Punk-Einflüsse («I Don't Care») durch, lassen den groovenden Parts («Hey, God?») ebenso ihren Platz, wie auch den wilden Thrash Momenten («Let There Be Shred»), bei dem sich die beiden Gitarristen (Dave und Teemu Mäntysaari) nach Herzenslust austoben können, sich duellieren und die genialen Parts mit einer unglaublichen Sicherheit zuspielen.
«Puppet Parade» erinnert famos an die «Countdown To Extinction» Zeiten (1992), während «Made To Kill» von «Killing Is My Business… And Business Is God» (1985) stammen könnte. Wer das eigene Ende mit einem solchen Paukenschlag einläutet, darf sich mit erhobenem Haupt von den ganz grossen Bühnen der Welt verabschieden. Ja, auch ein Mister Mustaine wird nicht jünger und so verkündet der Meister seinen ton-, wie auch bühnentechnischen Abschied an.
Der 64-jährige weiss, dass die virtuose Arbeit (man höre sich nur die akustische Einleitung zu Solo von «The Last Note» an!) und andere Dinge nicht immer gesundheitsfördernd waren. Mit dem grandiosen und grossartigen «The Last Note» verabschiedet sich der beste Thrash Metal Gitarrist und Songschreiber von der Tonträgerfront ab, nicht um mit einem nachgelegten Ausrufezeichen auf dieser Scheibe allen zu zeigen, wer die besten Songs bei Metallica geschrieben hat.
«Ride The Lightning» beendet «Megadeth» und zeigt einmal mehr, welche begnadeten Musiker (Bassist James Lomenzo und Trommler Dirk Verbeuren komplettieren das Line-up) bei Dave gespielt sowie dass Mister Mustaine und sein Ensemble noch immer über genügend Feuer verfügt. Dieser "Ritt" wird nach der anstehenden Tour, die fünf bis sechs Jahre dauern soll, eine Karriere beenden, die ihresgleichen sucht. Mit Dave geht einer von der Bühne, der immer für Aufsehen sorgte und die Meta- Fans dieser Welt zu euphorischen Freudes-Stürmen veranlasste. Danke für die letzten 43 Jahre und das, was auf der Bühne (Zürich, Halle 622, 16. Juni 2026) noch kommen mag! (METAL FACTORY 10 / 10)


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