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Black Jade - The Return



Release Info: 2026 - Full Length
Band Info: Schweiz - 1999 - Black Metal
Bewertung: 8


Songs:

1. The Return
2. Lugburz
3. The Eye
4. The Last Alliance
5. The Lord Of The Rings
6. Dol Guldur
7. The Fall
8. The End

Das 1999 in Basel gegründete Projekt BLACK JADE hat zwölf der überzeugendsten von Tolkien inspirierten Death Metal Alben veröffentlicht. Bereits frühe Werke wie «The Sadness Of Fallen Leaves» (2013) oder ikonische Songs wie «Maedros Pain» zeigten, dass Melodie und epischer Umfang stets präsent waren.

Mit «The Return» beweisen Black Jade, dass diese Grundlage nicht nur Bestand hat, sondern sich nahtlos in die Metal-Welt des Jahres 2026 übertragen lässt, was moderne Hörgewohnheiten und Streaming-Zahlen bestätigen. Konzeptionell spielt «The Return» nach dem Untergang von Númenor. Seiner schönen Gestalt beraubt, aber nicht seines Willens, entkommt Sauron dem Zorn der Valar und beginnt die letzte Phase seiner langen Herrschaft über Mittelerde. Die Scheibe folgt diesem Bogen Schritt für Schritt und verwebt Geschichte und Musik miteinander.

Das Intro «The Return» ist eine düstere Beschwörung und gibt den ernsten Ton der Unausweichlichkeit vor. «Lugbúrz» bricht sofort los und markiert die Wiedererrichtung von Barad-dûr sowie die Wiederherstellung der Herrschaft durch Angst und Befehl. Oldschool Death Metal Blasts kollidieren mit einem chantgetriebenen Refrain – "Lugburz, Lugburz" -, der wie massgeschneidert für Massenbeteiligung wirkt. Was den Song hervorhebt, ist ein markantes, melodisches Gitarren-Solo, das suggeriert, dass Saurons Macht nicht nur rohe Gewalt, sondern auch eine kalkulierte Struktur ist.

«The Eye» verbreitet diese Macht nach aussen. Der Refrain erscheint sofort und spiegelt Saurons offene und unausweichliche Präsenz wider. Musikalisch ist der Track reiner Death Metal: brutaler Bass, unerbittlicher Drive und ein Groove, der überraschend tanzbar ist. Die Gesangs-Phrasierung flirtet mit einer rapähnlichen Kadenz, verwandelt Überwachung und Kontrolle in einen hypnotischen Rhythmus und macht diesen Track zu einem klassischen Black Jade Moshpit-Song. Mit «The Last Alliance» wendet sich dann das Blatt aber.

Das Tempo verlangsamt sich, die Melodie gewinnt an Raum, und zum ersten Mal tauchen neben Growls auch klare Vocals auf. Die epische Struktur erinnert an die emotionale Bandbreite von Amorphis und spiegelt den Krieg wider, der das Zweite Zeitalter beendet und Sauron zu Fall bringt - wenn auch nicht in die Vergessenheit. Der Song ist schwer und doch zugänglich und spiegelt mit seiner süchtig machenden Qualität die tragische Grösse dieses Moments wider. «The Lord Of The Rings» fungiert als ein mehrere Jahrhunderte überspannendes Intermezzo.

Mit weniger Death Metal und mehr folkigem Power Metal fängt er die Ausdauer des Rings und Saurons anhaltenden Willen während der langen Jahre des Dritten Zeitalters ein. Sein massiver Refrain zum Mitsingen erinnert an Blind Guardian, ohne dass Black Jade ihre Identität verlieren. Von dort kehrt «Dol Guldur» zu härteren Klängen zurück. Stampfende Rhythmen und disziplinierte Riffs zeigen Saurons langsames Wiedergewinnen seiner Stärke aus den Schatten – eine namenlose Bedrohung, die in der Stille wächst, und «The Fall» erzählt vom endgültigen Zusammenbruch.

Heisst kreischende Gitarren erinnern an die Nazgûl, während der Gesang ein Gefühl der Verzweiflung vermittelt, wenn Festung und Herrschaft zusammenbrechen. Aber es ist noch nicht vorbei. «The End» ist eines der coolsten Outros der jüngeren Schweizer Metal-Szene. Für sich genommen könnte es leicht an die Spitze der Schweizer Metal-Szene gelangen. Hör selbst. Das Album ist digital auf Bandcamp erhältlich. Black Jade bleibt eine Ein-Mann-Studio-Vision, die nicht für die Bühne konzipiert ist. Da jedoch Tolkien-Metal-Kollegen wie Emyn Muil im Jahr 2026 live auftreten werden, gilt die Regel: Sag niemals nie. 


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