Bewertung: 7,5
Mit ihrem aktuellen Werk The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried melden sich Hecate Enthroned eindrucksvoll zurück und liefern ein Album ab, das sowohl als Rückbesinnung auf alte Stärken als auch als selbstbewusste Weiterentwicklung verstanden werden kann. Die britische Formation, die seit den 1990er-Jahren als feste Größe im symphonischen Black Metal gilt, knüpft hörbar an ihre frühen, düsteren Klanglandschaften an, ohne dabei in bloße Nostalgie zu verfallen.
Bereits die ersten Stücke machen deutlich, dass hier kein halbherziger Kompromiss eingegangen wird: Rasende Blastbeats, schneidende Gitarrenriffs und ein dicht gewobener Teppich aus orchestralen Keyboardflächen prägen das Klangbild. Besonders hervorzuheben ist die Balance zwischen Aggression und Atmosphäre. Während die Gitarrenarbeit roh und direkt wirkt, sorgen die symphonischen Elemente für epische Weite und eine fast schon cineastische Dimension.
Produktionstechnisch präsentiert sich das Album druckvoll und klar, ohne den charakteristischen, leicht rauen Unterton des Genres zu verlieren. Die Instrumente sind differenziert wahrnehmbar, was vor allem den komplexeren Arrangements zugutekommt. Die Drums treiben kompromisslos nach vorne, während der Bass subtil, aber wirkungsvoll das Fundament stärkt.
Der Gesang bewegt sich im klassischen Black-Metal-Spektrum: kratzige, wütende Screams dominieren das Geschehen. Dennoch gelingt es der Band, durch gezielte Tempowechsel und atmosphärische Passagen Dynamik aufzubauen. In ruhigeren Momenten entsteht eine düstere, beinahe melancholische Stimmung, die dem Albumtitel in seiner Tragweite gerecht wird.
Textlich kreisen die Inhalte um Themen wie Vergänglichkeit, Mythos und existenzielle Tragik. Diese Motive werden nicht nur in den Lyrics, sondern auch musikalisch transportiert – durch majestätische Melodiebögen und dramatische Spannungsaufbauten.
The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried ist ein kraftvolles Statement einer Band, die ihre Wurzeln kennt und dennoch nicht stehengeblieben ist. Hecate Enthroned beweisen, dass symphonischer Black Metal auch heute noch intensiv, atmosphärisch dicht und relevant klingen kann.
Das Album richtet sich in erster Linie an Liebhaber des klassischen, orchestralen Black Metal, dürfte aber auch jene ansprechen, die Wert auf epische Kompositionen und durchdachte Dramaturgie legen. Insgesamt handelt es sich um ein überzeugendes Werk, das die Diskografie der Band würdig erweitert und ihre Stellung im Genre unterstreicht.


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