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Defeated Sanity - Chapters Of Repugnance



Release Info: 2010 - Willowtip - Full Length
Band Info: Deutschland - 1993 - Death Metal
Bewertung: 7


Songs:

1. Introitus
2. Consumed By Repugnance
3. Carnal Deliverance
4. Salacious Affinity
5. Engulfed In Excriciation
6. Coerced into Idolatry
7. Blissfully Exsanguinated
8. Calculated Barbarity
9. Lurid Assimilation

So sehr ich die abrupten Tempowechsel von Defeated Sanity liebe, muss ich zugeben, dass die Komposition dieses Albums viel zu fragmentiert und manchmal so schnell ist, dass selbst die brutalen Riffs untergehen. Ein weiterer Aspekt, der mir an diesem Songwriting nicht gefällt, ist die fehlende Wiederholung der musikalischen Themen, sodass man als Hörer nichts davon behalten kann. Schließlich sind diese Jungs verrückte Wissenschaftler-Mathematiker, und es ist nicht selten, dass eine ihrer Untersuchungen etwas zu weit geht. Die Schlüsselelemente sind aber immer noch da: „Chapters of Repugnance“ ist kein schlechtes Album. Lille Grubers unkonventioneller und exzentrischer Umgang mit Blastbeats und synkopierten Drumfills ist immer wieder ein Genuss, ebenso wie Jacob Schmidts virtuoses Spiel auf dem bundlosen Bass und seine begnadeten Soli. Das Album wurde 2010 aufgenommen, daher kann man eine kristallklare und polierte Produktion im digitalen Zeitalter mit einem ausgewogenen und technisch perfekten Mix erwarten. Subjektiv betrachtet hat es einen so übertriebenen Bass und einen so satten Raumklang, dass er die ohnehin schon tiefer gestimmten Riffs am Ende überlagert und sie undurchsichtig klingen lässt.

Ein weiterer Aspekt, den ich an ihrem Vorgängeralbum „Psalms of the Moribund“ vermisst habe, waren die wenigen, aber dennoch prägnanten ruhigen Passagen mit Jazzeinflüssen. Diese sorgten für plötzliche Stimmungswechsel, die im Kontext von Brutal Death Metal undenkbar waren. Das schadet der Vielfalt der Klangtexturen der Rhythmusgruppe, die eigentlich ihr größtes Plus ist. „Chapters“ ist zwar unerbittlicher und brutaler, aber genau das ist sein größter Fehler: Es wirkt leblos. Monochrom im besten Fall ähnelt es den generischen Stücken ihres ersten Albums, nur mit einem technischen Kniff und einer verbesserten Produktion. Dabei wird die Weltklasse-Innovation der Band verstümmelt und auf sinnlose Gewalt reduziert. Wer auf Brutal Death Metal steht, hat gute Chancen, dass ihm das Album gefällt, aber die Band kann es viel besser, vor allem, wenn sie kompromisslos schreibt. Für dieses Album haben sie sich vielleicht zu sehr dem amerikanischen Markt angepasst.

Das Gitarrenspiel ist technisch anspruchsvoll, da die Riffs extrem schwer zu spielen klingen. Abgesehen von den Pinch Harmonics gibt es aber kaum Soli oder Sweep-Picking-Licks, bei denen man die höheren Lagen des Instruments hört. Zum ersten Mal haben sie einen amerikanischen Sänger für die Growls engagiert. Ich weiß nicht, ob es an seiner Muttersprache oder seiner Aussprache liegt, aber er hat bei diesen Aufnahmen einen fantastischen Job gemacht. Seine Stimme klingt tief, schrill und fast schon unmenschlich. Die einzigen musikalischen Abwechslungen sind die langsamen, wuchtigen Breakdowns, abgesehen von den treibenden Riffs und den frenetischen Blastbeats. Ultra heavy und treffend formuliert, aber etwas eindimensional. Trotzdem gibt es keinen Grund, dieses Album zu hassen. Erstmal den Mund auswaschen oder wenigstens spielen lernen, bevor man über Defeated Sanity herzieht, hehe. Das Album hat sicherlich seine Schwächen, ist aber immer noch besser als die alten Alben von Dying Fetus, Deeds of Flesh, Liturgy, Cinerary und vielen anderen.. (METAL ARCHIVES)




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