Vor zwei Jahren gaben die Italiener von Demon Spell mit ihrer Debüt-EP Evil Nights ein erstes Lebenszeichen von sich. Nun folgt der nächste logische Schritt: Das erste Full-Length-Album erscheint standesgemäß beim Kultlabel Dying Victims Records. Die Presseinfo rührt die Werbetrommel kräftig und verspricht eine tiefe Hingabe an einen schattenhaften Heavy Metal, der – tief verwurzelt in klassischer Tradition – von okkulten Mysterien und einer provokanten theatralischen Präsenz umhüllt wird.
Beim Lesen dieser Zeilen schießt einem natürlich sofort ein gewisser dänischer Edelmann in den Kopf. Und tatsächlich: Sobald die ersten Töne von Sänger Federico Fano erklingen, herrscht Gewissheit darüber, wer hier Pate stand. Die musikalische DNA ist unübersehbar von King Diamond und Mercyful Fate durchtränkt. Nun kann ich ja (wie unser Tinu leidvoll weiss) tue ich mir mit dem Gesang des Dänen einfach schwer, finde die Musik aber eigentlich wirklich stark. Mal schauen wie Demon Spell mich packen können:
Blessed Be The Dark liefert
handwerklich zwar alles ab, was das Fanherz begehrt, man spürt durchaus das
Potential, doch bleibt am Ende doch ein gewisses Fragezeichen. Trotz der ordentlichen
Produktion und der offensichtlichen Leidenschaft für das Okkulte gelingt es der
Band nicht, die kompositorische Genialität ihres grossen Vorbild zu erreichen.
Wo der King mit genialen Hooks und unvorhersehbaren Wendungen fesselt,
verlieren sich Demon Spell oft in allzu bekannten Mustern. Es ist ein solides
Werk für Nostalgiker, doch für den Sprung in den Heavy-Metal-Olymp fehlt es
momentan noch an der nötigen Eigenständigkeit. So bleibt ein Album, das zwar
„okay“ klingt, im direkten Vergleich mit den Klassikern der Vorbilder aber
leider den Kürzeren zieht. Wer trotzdem gespannt ist wie Demon Spell klingen,
dem empfehle ich als Anspieltipp «As Lucifer Smiles».


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