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Disgorge (USA) - The Lay Gutted



Release Info: 1999 - Unique Leader - Full Length
Band Info: USA - 1992 - Death Metal
Bewertung: 6,5


Songs:

1. Revelations XVIII
2. She Lay Guttered
3. Exhuming The Disemboweled
4. Compost Devourment
5. Sodomize The Bleeding
6. False Conception
7. Womb Full Of Scabs
8. Disfigured Catacombs
9. Purifying The Cavity

So sehr ich dieses Album auch mag, verstehe ich die negative Stimmung ihm gegenüber (und Disgorge im Allgemeinen). Ein Disgorge-Song ist wie eine Achterbahnfahrt. Man erinnert sich wahrscheinlich nicht mehr genau daran, was passiert ist, egal ob es einem gefallen hat oder nicht. Die Wahrscheinlichkeit ist ungefähr gleich hoch, dass man die überschäumende Energie genießt und einen unvergleichlichen Adrenalinschub erlebt, oder dass man es aus den üblicherweise genannten Gründen (zu schnell/unvorhersehbar, unangenehm, der Sänger/die Sängerin war zu betrunken/monoton usw.) absolut verabscheut und sich danach übergibt und nie wieder daran denkt, so etwas zu tun.

Ich denke, die Wahrnehmung von Spontaneität (die hier alles andere als zufällig ist) rührt daher, dass diese Songs nicht so sehr auf den archetypischen Strukturen der Popmusik basieren, sondern eher aus zwei- bis dreiminütigen Riffs bestehen, die sich um ein bestimmtes Thema oder Gefühl entwickeln, mit einigen wenigen Wiederholungen. Das ist im Death Metal nicht völlig ungewöhnlich, aber hier wird es meiner Meinung nach auf die Spitze getrieben. Hinzu kommen eine unerträgliche Produktion, unverständliches Höllengebrüll (ich bin mir ziemlich sicher, dass da keine Effekte im Spiel sind, aber so tief kann er die doch unmöglich bekommen haben, oder?) und Texte, die sich um Antichristentum und Blutvergießen drehen – das ist mit Sicherheit eines der unzugänglichsten Alben, die ich je gehört habe. Aber taugt es was? Ich persönlich bin absolut davon überzeugt.

Es ist im Grunde ein ununterbrochener Riff-Hagel, praktisch alle zwanzig Sekunden ein neuer (bei Songs, die jeweils nur etwa drei Minuten dauern, ist das nicht weiter verwunderlich). Extrem kreativ, präzise und komplex – all diese Worte beschreiben den Aufwand, der in diese Gitarrenparts geflossen ist. Wie Defeated Sanity ist diese Band eine, der die Meinung anderer über ihre musikalischen Fähigkeiten völlig egal ist und die ihr Können nur einsetzt, um ihren eigenen Sound zu kreieren, nicht um sich dem Etikett „technisch“ anzupassen. Das Problem mit dem Gitarrensound ist, dass er meiner Meinung nach eher zu Doom/Death Metal passt als zu Musik mit konstant über 200 BPM, da die Frequenzen eher im Bass-/Mittenbereich als in den Höhen liegen. Die Riffs sind dadurch aber nicht völlig unverständlich und klingen stellenweise sogar ziemlich beeindruckend (die Stelle bei 2:00 Minuten in „Exhuming The Disemboweled“ ist ein Beispiel für die besseren Momente des Sounds bei schnellem Material). „Womb Full of Scabs“, ein Song aus ihrer Demo-Zeit, ist voller Doom/Death-Momente und dürfte Fans von Incantation genauso begeistern wie Devourment-Fans. (METAL ARCHIVES)





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