Bewertung: 6,5
1. Revelations XVIII
Ich denke, die Wahrnehmung von Spontaneität (die hier alles andere als zufällig ist) rührt daher, dass diese Songs nicht so sehr auf den archetypischen Strukturen der Popmusik basieren, sondern eher aus zwei- bis dreiminütigen Riffs bestehen, die sich um ein bestimmtes Thema oder Gefühl entwickeln, mit einigen wenigen Wiederholungen. Das ist im Death Metal nicht völlig ungewöhnlich, aber hier wird es meiner Meinung nach auf die Spitze getrieben. Hinzu kommen eine unerträgliche Produktion, unverständliches Höllengebrüll (ich bin mir ziemlich sicher, dass da keine Effekte im Spiel sind, aber so tief kann er die doch unmöglich bekommen haben, oder?) und Texte, die sich um Antichristentum und Blutvergießen drehen – das ist mit Sicherheit eines der unzugänglichsten Alben, die ich je gehört habe. Aber taugt es was? Ich persönlich bin absolut davon überzeugt.
Es ist im Grunde ein ununterbrochener Riff-Hagel, praktisch alle zwanzig Sekunden ein neuer (bei Songs, die jeweils nur etwa drei Minuten dauern, ist das nicht weiter verwunderlich). Extrem kreativ, präzise und komplex – all diese Worte beschreiben den Aufwand, der in diese Gitarrenparts geflossen ist. Wie Defeated Sanity ist diese Band eine, der die Meinung anderer über ihre musikalischen Fähigkeiten völlig egal ist und die ihr Können nur einsetzt, um ihren eigenen Sound zu kreieren, nicht um sich dem Etikett „technisch“ anzupassen. Das Problem mit dem Gitarrensound ist, dass er meiner Meinung nach eher zu Doom/Death Metal passt als zu Musik mit konstant über 200 BPM, da die Frequenzen eher im Bass-/Mittenbereich als in den Höhen liegen. Die Riffs sind dadurch aber nicht völlig unverständlich und klingen stellenweise sogar ziemlich beeindruckend (die Stelle bei 2:00 Minuten in „Exhuming The Disemboweled“ ist ein Beispiel für die besseren Momente des Sounds bei schnellem Material). „Womb Full of Scabs“, ein Song aus ihrer Demo-Zeit, ist voller Doom/Death-Momente und dürfte Fans von Incantation genauso begeistern wie Devourment-Fans. (METAL ARCHIVES)


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