Alphabet

Disgorge (USA) - Consume The Forsaken



Release Info: 2002 - Unique Leader - Full Length
Band Info: USA - 1992 - Death Metal
Bewertung: 7


Songs:

1. Demise Of The Trinity
2. Perverse Manifestation
3. Manipulation Of Faith
4. Consecrating the Reviled
5. Indulging Dismemberment of a Mutilating Breed
6. Consume the Forsaken
7. Dissecting Thee Apostles
8. Denied Existence
9. Divine Suffering

Disgorge sind eine willkommene Abwechslung in der Death-Metal-Szene, die sich scheinbar immer mehr in Richtung protzigem, prätentiösem und langweiligem Genre wie Necrophagist, Brain Drill oder Beneath the Massacre entwickelt. Disgorge bilden das genaue Gegenteil dieser Genres. Ihr Sound ist schnell, wütend, emotional und roh. Disgorge ist purer Hass und Zorn, Prätention hat hier keinen Platz, und sie wollen nicht einfach nur ihr instrumentales Können unter Beweis stellen.

Der beste Death Metal ist technisch anspruchsvoll, ohne prätentiös zu sein, und brutal, ohne eintönig zu wirken. Leider verfällt Disgorges Album „Consume the Forsaken“ dieser Monotonie. Fangen wir mit den Schwächen an: Dem Album fehlt es eindeutig an Tiefe; auch beim zweiten oder dritten Hören entdeckt man nichts Neues. Es ist zudem etwas vorhersehbar, mit viel Palm-Muted-Geklimper. Es gibt auch einige ziemlich ungewöhnliche, lange chromatische Läufe, die die ersten Alben von Suffocation so großartig machten und im modernen Death Metal zu fehlen scheinen. Disgorge erfinden hier zwar nichts Neues, aber es gibt einige verdammt eingängige, brutale und rasante Riffs im Stil von Diego Sanchez. „Consume the Forsaken“ liefert die halsbrecherische Intensität, die im modernen Death Metal so verloren gegangen ist, und darin sind sie exzellent. Das ist keine Musik, die man gemütlich mit einem Glas Rotwein genießen kann. Ich würde sie als einen zutiefst urtümlichen, testosterongeladenen Adrenalinrausch beschreiben.

Die Produktion passt perfekt zur Musik. Ich wünschte, sie hätten daran festgehalten und für ihr nächstes Album denselben Sänger behalten. Die Gitarren klingen sehr voll und rau, die Höhen und oberen Mitten sind schön betont, mit genau dem richtigen Maß an Bass, um dem Ganzen Kraft und Fülle zu verleihen. Die Drums sind nicht perfekt abgemischt, und die Bassdrum ist vielleicht etwas zu knackig, aber das stört nicht sonderlich. Der Gesang ist eine absolute Stärke. Ich würde sogar behaupten, dass er der beste Brutal-Death-Metal-Gesang aller Zeiten ist. Vielleicht erinnern sich einige von euch an den Gesang auf Behemoths „Demigod“ – wie er mehrschichtig war und man ein tiefes, gebieterisches Gebrüll hörte, das von einem bösartigen, durchdringenden Schrei begleitet wurde. AJ klingt so, sogar ohne Mehrschichtung. Eigentlich klingt er nur so, als käme er von einem sechs Meter großen, zwei Tonnen schweren Supermenschen mit einer schweren Tollwutinfektion, der einen Elefanten zerlegt. Wenn man Death-Metal-Sänger nach ihrem aggressiven Klang beurteilen kann, ist dieser Typ mit Abstand der Beste. Der Gesang ist undeutlich, nur wutgeladene, unverständliche Schreie. AJ verfällt dem James-Lee-Syndrom und packt gefühlt einen ganzen Roman in jeden dreiminütigen Song. Das ist nicht unbedingt schlecht, denn er ist wirklich gut, aber der Gesang ist im Mix sehr laut, und es ist etwas schwierig, den Rest wahrzunehmen, vor allem wegen der etwas unklaren Produktion. Die Musik selbst ist definitiv technisch, aber in einem ganz anderen Sinne, als die meisten Leute das Wort verstehen: extrem schnell, mit ungewöhnlichen Taktwechseln und hier und da ein paar seltsamen chromatischen Läufen. Es gibt hier keine albernen Arpeggio-Spielereien mit dem Halspickup, das Album kommt sogar ganz ohne Soli aus.

Das ist definitiv Musik zum Anhören beim Gewichtheben, Laufen oder Trainieren – sie ist brutal und pusht dich richtig. Das ist wie eine schnelle Hormonspritze, die aber überraschenderweise erstaunlich lange nachwirkt. Anders als andere Alben dieser Art (z. B. „…And Time Begins“ von Decrepit Birth) wiederholen sich Disgorge selten, und jeder Song ist vollgepackt mit Riffs. Subtilität sucht man hier vergebens, abgesehen vom Gesang gibt es nichts wirklich Neues oder Interessantes. Was dem Album an Tiefe und Originalität fehlt, macht es mit purem Adrenalin wett. Wer etwas musikalisch Anspruchsvolleres sucht, sollte sich unbedingt ihr Album „Parallels of Infinite Torture“ von 2005 anhören. (METAL ARCHIVES)




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Popular Posts