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Gorgasm - Orgy Of Murder



Release Info: 2011 - Brutal Bands - Full Length 
Band Info: USA - 1994 - Death Metal
Bewertung: 7


Songs:

1. Bloodlust
2. Dirty Cunt Beatdown
3. Axe To Mouth
4. Infection Induced Erection
5. Decapitation Sodomy
6. Exhibit Of Repugnance
7. Cum Inside The Carcass
8. Third Degree Taste
9. Erotic Dislimbing
10. Scourge Of The Christians
11. Silence Follows Dismemberment

Letzten Freitag veröffentlichten Gorgasm nach fast fünf Jahren Pause endlich ihr neues Album „Orgy of Murder“. Da nur noch ein Gründungsmitglied übrig ist (Gitarrist und Sänger Damian „Tom“ Lenski), fragten sich viele, mich eingeschlossen, wie sie klingen würden und ob sie an ihre früheren Erfolge anknüpfen könnten. Schließlich war das letzte Gorgasm-Album „Masticate To Dominate“ aus dem Jahr 2003, und dieses Album war seiner Zeit weit voraus. Würde die Band nach so langer Zeit ohne Veröffentlichung also weiterhin an der Spitze bleiben und ihren Status als Schwergewicht im immer homogener werdenden Brutal-Tech-Death-Genre behaupten können? Nun, meine Freunde, die Antwort ist ja; ein klares, überzeugendes Ja.

Obwohl Gorgasm fast ein Jahrzehnt lang mehr oder weniger von der Bildfläche verschwunden waren, klangen sie noch nie besser. Alles, was die Band ausmachte, ist noch da und wurde sogar noch verstärkt. Die Riffs sind komplexer, das Schlagzeug schneller und präziser, und die Songstrukturen fließen fließend von einem Abschnitt zum nächsten. Manchmal klingt die Band auf diesem Album tatsächlich eher wie eine langsamere, aber wuchtigere Version von Spawn of Possession mit ihren rasanten Blastbeats und den skalenreichen Gitarrenriffs. Die Texte sind nicht mehr ganz so frauenfeindlich wie in ihren früheren Werken, aber Titel wie „Infection Induced Erection“ und „Cum Inside the Carcass“ zeigen deutlich, dass sie immer noch auf Gore stehen – was völlig in Ordnung ist. Genau das erwarten wir von ihnen und vom Genre insgesamt. Ehrlich gesagt wäre es wohl eher befremdlich, wenn sie jetzt von der Gore-Ästhetik abweichen würden. Wie man so schön sagt: Was gut ist, muss man nicht ändern. Die Texte liest sowieso niemand, außer man ist ein Nerd … wie ich.

Nachdem ich das Album ein paar Mal gehört habe, fallen mir eigentlich nur zwei Dinge ein, die mich stören. Da wäre zum einen ein kleiner Kritikpunkt, den ich schon länger an der Band habe: die fehlenden Gitarrensoli. Nennt mich altmodisch, aber ich finde dieses ganze „Riff-Marathon“-Getue etwas ermüdend. Ein gutes Solo ab und zu bringt richtig Schwung in die Sache, wenn es nur aus Riffs und Growls besteht. Im Opener „Bloodlust“ gibt es zwar ein kleines Solo in der Bridge (Respekt für den originellen Titel!), aber es ist kurz, das einzige auf dem ganzen Album und ehrlich gesagt nichts Besonderes. Mal ehrlich, Leute, bei all dem Talent, das hier vorhanden ist, wollt ihr mir erzählen, dass niemand ein paar coole Soli schreiben kann? Aber gut, das ist nur meine Meinung. Viele behaupten ja auch, dass Soli in diesem Subgenre nicht wirklich funktionieren. Mein zweiter Kritikpunkt ist, dass „Orgy of Murder“ leider nach einer Weile etwas eintönig wird. Ungefähr ab der Hälfte des Albums verschwimmen die Grenzen zwischen den einzelnen Songs, und ich hatte das Gefühl, der Höhepunkt sei bereits beim ersten Song erreicht. Gleichzeitig sind die Songs durchweg extrem brutal und gut geschrieben, sodass das Album keineswegs langweilig ist. Es klingt nur so, als würden immer wieder dieselben zwei oder drei coolen Ideen in leicht abgewandelter Form präsentiert. Trotzdem ist „Orgy of Murder“ eines der besten Alben des Jahres und setzt die Messlatte für alle anderen ziemlich hoch. Es würde mich nicht wundern, wenn dieses Album in der Liste der besten Alben des Jahres 2011 auftaucht. (METAL ARCHIVES)




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