Release Info: 2026 - Perception - Full Length
Band Info: Deutschland - 2004 - Power Metal
Bewertung: 8,5
Bewertung: 8,5
1. Kingdom Of The Strong
2. World War Dinosaur
3. Dino Race From Outer Space
4. Raptor Squad Attack
5. Brachio Bazooka Battalion
6. March To War
7. Evil Mean Megalodon
8. Dino Power Resistance
9. Prehistoric Panzer Power
10. Lazer Ninja Thunderstorm
11. Golden Glory
12. Lost Legacy
Bei Victorius schiessen mir
unweigerlich zwei Bilder in den Kopf. Da ist zum einen der viel zu früh
verstorbene Kaufi von Metalinside, dessen Begeisterung für die Band so
grenzenlos war wie meine eigene; ein Seelenverwandter im Geiste des melodischen
Power Metal. Und dann ist da Tinu, das personifizierte Gegenstück. Er kann mit
diesem hochglanzpolierten Euro Power Metal rein gar nichts anfangen. Ich sehe
ihn heute noch in der Musigburg stehen, schon fast mit blassem Gesichtsausdruck,
als Sänger David Bassin die folgenschweren Worte ins Mikrofon sprach: «We are
Victorius and we play Power Metal!» Für einen eingefleischten US-Power-Metal-Puristen
wie ihn kam diese Ansage einem rituellen Dolchstoss gleich.
Zugegeben, ein Stück weit kann ich
seine Skepsis sogar nachvollziehen, denn das gesamte Konzept der Leipziger ist
Lichtjahre von jeglicher Ernsthaftigkeit entfernt. Doch genau hier liegt die
Stärke: Auch auf ihrem mittlerweile siebten Streich weichen die Sachsen keinen
Millimeter von ihrer Linie ab. Es ist eine Welt, in der Ninjas, Dinosaurier und
Laser-Drachen völlig selbstverständlich im selben Refrain auftauchen. Wer bei
Titeln wie «Dino Race From Outer Space», «Brachio Bazooka Battalion» oder
«Prehistoric Panzer Power» nach tiefschürfender Lyrik sucht, ist im falschen
Film – hier regiert das breite Grinsen und die pure Spielfreude.
Musikalisch wandelt man erneut auf
den Pfaden von Sabaton und Battle Beast, wobei man im Gegensatz zu Letzteren
den Gitarren deutlich mehr Raum zur Entfaltung lässt. Das neue Material auf
"World War Dinosaur" setzt diese Tradition konsequent fort. Während
das hochenergetische «Raptor Squad Attack» mit seinem irrwitzigen Tempo sofort
ins Ohr geht, stampft der Titeltrack mit einer Wucht daher, die jeden
Festivalplatz zum Beben bringen dürfte. Ohrwürmer wie «Kingdom Of The Strong»
oder «March To War» sind auf diesem Album nicht die Ausnahme sondern Standard. Etwas
aus dem Rahmen fällt einzig «Evil Mean Megalodon», dass von Asenblut Sänger Teztel
mit fiesen Growls ergänzt wird.
Besonders hervorzuheben ist das
handwerkliche Geschick: Trotz aller inhaltlichen Absurditäten sind die Riffs
messerscharf und die Hooklines von einer Eingängigkeit, der man sich nur schwer
entziehen kann – ob man nun will oder nicht. Wer also bereit ist, den
bierernsten Metal-Knigge für 45 Minuten an der Garderobe abzugeben, wird mit
diesem prähistorischen High-Speed-Abenteuer bestens bedient. Ich kann mir bildlich
vorstellen, wie Kaufi in Valhalla laut gröhlend mitsingt und sein breitestes Grinsen
aufgesetzt hat.



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen