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Disgorge (USA) - Parallels Of Infinite Torture



Release Info: 2005 - Unique Leader - Full Length
Band Info: USA - 1992 - Death Metal
Bewertung: 7


Songs:

1. 
Revealed in Obscurity
2. Enthroned Abominations
3. Atonement
4. Abhorrent Desecration of Thee Iniquity
5. Forgotten Scriptures
6. Descending upon Convulsive Devourment
7. Condemned to Sufferance
8. Parallels of Infinite Torture
9. Asphyxiation of Thee Oppressed
10. Ominous Sigils of Ungodly Ruin

Es ist verständlich, dass Disgorge seit 2005 kein Album mehr veröffentlicht hat; in der Metal-Szene gibt es für sie einfach keinen Platz mehr, und selbst 2005 war schon die Grenze dessen, was dieser Stil noch leisten konnte. Disgorge verkörpert beinahe perfekt den Stil von United Guttural aus den frühen 2000ern (obwohl sie es ironischerweise nie zu diesem Label geschafft haben): ziemlich technisch, eher Stop-and-Go-lastiger technischer Death/Grind, der weniger auf eingängige, schwere Riffs setzt, als den Hörer mit ständigen rhythmischen Wechseln zu überrumpeln. Es ist veraltet – ehrlich gesagt war es das schon bei seinem Erscheinen, und obwohl Disgorge immer eine Klasse besser war als United Guttural, merkt man dem Stil doch an, dass seine Energie begrenzt ist. Neben der Tatsache, dass es eine der letzten Erwähnungen dieses Stils ist, hat es noch ein weiteres kurioses Vermächtnis: Es ist womöglich das legitimste und umfangreichste Death-Metal-Album, das Crash je veröffentlicht hat. Ich weiß, ich konnte es selbst kaum glauben, als ich es zum ersten Mal sah.

Für alle, die den United Guttural-Stil noch nicht kennen: Kennt ihr Brodequin? Sie spielen extrem brutalen, technisch anspruchsvollen Death Metal ohne Slams, Grooves oder sonstige musikalische Eingängigkeiten – daher sind sie dem Stil recht ähnlich. Gleichzeitig sind sie aber auch viel zu simpel. Stellt euch vor, ihr nehmt einen Pyrexia-Song, zerlegt ihn in etwa 20 Teile und ordnet sie willkürlich neu an – dann habt ihr eine ziemlich gute Vorstellung vom United Guttural-Stil. Er ist weder besonders eingängig noch geradlinig, und ich glaube, die meisten Fans dieses Stils lassen sich einfach gerne verprügeln; die musikalische Qualität spielt dabei kaum eine Rolle. Disgorge hingegen haben mehr Substanz. Obwohl ihre Musik beim ersten Hören willkürlich wirkt, ist ihr Rhythmusgefühl und ihre Kompositionen tatsächlich besser als bei den meisten anderen Bands dieser Art. Sicher, es wird ständig geblastet und die Riffs sind selten einprägsam, aber die Musik ist eindeutig komponiert und nicht einfach nur zusammengewürfelt.

Andererseits hat dieser Stil auch seine Grenzen. „Parallels Of Infinite Torture“ ist natürlich ein ziemlich brutales Album, und es gibt einige Elemente, die mir sehr gefallen – insbesondere Ricky Myers' unberechenbarer, musikalischer Schlagzeugstil ist ein Genuss, mit ständigen Stilwechseln und einem fast schon Flo-Mounier-artigen Arrangementstil, vermischt mit Anklängen an Flamenco oder Salsa. Doch größtenteils wirkt das Album eher wie eine rohe Gewalt. Die Gitarrenriffs sind zwar sehr komplex und schwer zu spielen, bleiben aber selten im Gedächtnis, da sie meist nur so lange präsent sind, bis zum nächsten Riff. Es fehlt an einer zusammenhängenden Geschichte, und die meisten Songs sind daher austauschbar. Sie mögen zwar ordentliche Brutal-/Tech-Death-Songs sein, aber ich habe nicht den Eindruck, dass sie irgendeine besondere Botschaft vermitteln, außer eben Death Metal zu sein.

Im Grunde ist „Parallels Of Infinite Torture“ ein Album, das technisch einwandfrei ist, aber die meiste Zeit weder besonders künstlerisch noch mitreißend wirkt. Es ist zwar heavy, doch diese Härte ist relativ bedeutungslos, da die Musik nichts ausdrückt, keine kohärente Vision, die sie von bloßen Liedern zu Kunst erhebt. Man kann es sich anhören, klar; ich liebe brutalen Death Metal, daher genieße ich das Album selbst in seinen schwächsten Momenten noch ein bisschen. Darüber hinaus hat es meiner Meinung nach aber nicht viel zu bieten, und der veraltete Stil lässt es eher wie ein Museumsstück wirken als wie eine CD, die ich regelmäßig hören möchte. Es ist ganz nett, wenn ich einfach nur von brutalem Death Metal durchgepumpt werden will, aber warum sollte ich mir das anhören, wenn ich Bands wie Brodequin oder Enmity zur Auswahl habe?

Es tut mir etwas leid, das Album so abzutun, aber letztendlich vermittelt ein einziger Durchgang alles, was die Band aussagen will, und darüber hinaus bietet die Musik keine neuen Facetten. Dieselbe Kritik ließe sich wohl auch auf einige andere Alben anwenden, die ich sehr mag, aber die Umsetzung ist hier einfach nicht außergewöhnlich genug, um das wettzumachen. Disgorge sind (waren?) eine gute Band, aber dieses Album ist nicht großartig; es ist lediglich hörbar und für den Stil, den es nachahmt, etwas überdurchschnittlich. Wer, wie ich, auf brutalen Death Metal steht, kann es sich vielleicht anhören, aber im Großen und Ganzen würde ich sagen, dass man dieses Album getrost überspringen kann. (METAL ARCHIVES)




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