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Letalis - Bestia Oculta



Release Info: 2022 - Full Length
Band Info: Chile - 2021 - Black Metal
Bewertung: 8     


Songs:

1. Bestia Oculta
2. Culto A Las Sombras
3. Naci Para Vencer
4. Escupe Fuego
5. Veneno De Escorpion
6. Maquina De Almas Podridas
7. Lloviendo Sobre El Mar
8. Craneos

Das Debütalbum der chilenischen Speed-Metal-Band, ursprünglich im September 2022 erschienen, wird diesen Monat international von Trauma Records veröffentlicht. „Bestia Occulta“ verzichtet auf jegliche Selbstbeweihräucherung. Völlig unbeeindruckt von jeglichen Glaubwürdigkeitskriterien ist es nichts anderes als ein unverblümter Ausbruch roher Heavy-Metal-Energie, der die Ohren des Hörers gnadenlos überflutet.

Letalis' Vortrag ist entschieden und authentisch DIY. Die Produktion ist rau und doch immersiv, als ob man einer mitreißend präzisen Live-Performance beiwohnen würde. Knackige und klare Drums sausen mit unverfälschter Geschwindigkeit und Dringlichkeit vorbei und bieten eine ebenso charismatische wie technisch präzise Performance, die keinen Raum für unnötige Verzierungen lässt. Zwei Gitarren dominieren den Vordergrund des Mixes mit einem scharfen, abgehackten Ton, der ideal geeignet ist, das ungezügelte Power-Gewitter dieses Albums aufrechtzuerhalten. Das Fundament bildet ein unerbittlicher, metallischer Galopp donnernder Basslinien, die sich mühelos durch den Mix schneiden, die überdrehten Gitarren verstärken oder an entscheidenden Stellen mit abgefahrenen Licks und Trillern aufwarten.

Jacqueline Jaras bombastische Gesangsperformance schlängelt sich zwischen dem dichten Ansturm hyperschneller Leadgitarren und treibenden Speed-Riffs hindurch. Ihre Stimme imitiert die exzessive Theatralik des Speed ​​Metal der 80er Jahre, artikuliert aber ebenso mühelos kehliges Punkgebell wie Banshee-Geschrei und alles dazwischen. Dabei lässt sie viel Raum für subtile melodische Nuancen, die einen Kontrast zu den Momenten höchster Intensität bilden.

All das ergibt ein wahrhaft irres Hörerlebnis. Während der fast vierzigminütigen Laufzeit sinkt das Tempo kaum unter 150 bpm. Die Riffs erzeugen eine angespannte Spannung, die nur durch ihre tiefe Zielstrebigkeit gemildert wird. Kurze Soli unterstreichen die zunehmende Dramatik und vermeiden bloßes Imponiergehabe (obwohl ihr Können hier durchaus vorhanden ist). Auch Jaras Gesang lässt kaum nach, doch ihre Stimme erweist sich als mehr als fähig, für Abwechslung zu sorgen und bietet selbst in diesem dichten musikalischen Spektrum einen Ton, eine Tonhöhe und eine Intensität, die jedem Moment gerecht werden.

„Bestia Occulta“ ist trotz all seiner Theatralik, seines Heroismus, seines Bombasts und seiner opernhaften Dimensionen ein intimes Werk. Es positioniert sich explizit als Teil der Underground-Szene, sowohl in der ungeschliffenen Präsentation als auch im völlig unverblümten Kompositionsstil. Jeder einzelne Moment mag von purem Adrenalin, Kraft und Willenskraft geprägt sein, doch Letalis verfolgt auf diesem Album eine besonnenere, übergeordnete Absicht. Etwaige Schwächen in Bezug auf Tempo und Ausführung werden durch pure Begeisterung und die Freude am Handwerk überwunden. Es entspringt einer so unverblümten Ehrlichkeit, dass man sich der hier gebotenen puren Freude kaum entziehen kann. Jede einzelne Performance verdient besondere Erwähnung, doch alle tragen gleichermaßen zu einem Erlebnis bei, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Chile macht der restlichen Metal-Welt einmal mehr ernsthafte Konkurrenz – ein Land, das in dieser Hinsicht so schnell nicht nachlassen wird. (METAL ARCHIVES)



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