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Lunar Shadow - The Smokeless Fire



Release Info: 2019 - Cruz Del Sur - Full Length
Band Info: Deutschland - 2014 - Heavy Metal
Bewertung: 7,5


Songs:

1. Catch Fire
2. Conajohara No More
3. Roses
4. Pretend
5. Laurelindorenan
6. Red Nails (For The Pillar Of Death)
7. Hawk Of The Hills

Lunar Shadows zweites Album „The Smokeless Fires“ zeigt, wie das deutsche Quintett seinen ohnehin schon breiten Einflussbereich erweitert. Eine gelungene Mischung aus klassischem Metal, Folk und atmosphärischem Black Metal bildet nach wie vor das Fundament, ähnlich wie schon auf „Far from Light“ von 2017, doch diese Elemente sind nun deutlich stärker integriert. Die Band überrascht zudem mit einigen Neuerungen: Ruhigere Passagen werden häufiger vom Klavier als von den etablierten Akustikpassagen getragen, und der Post-Punk-Einschlag in „Roses“ markiert die bisher größte Abweichung vom bisherigen Stil.

Obwohl der Wechsel des Sängers Anlass zur Sorge gab, steht bei „The Smokeless Fires“ das Gitarrenspiel im Vordergrund. Die Virtuosität der Gitarristen ist beeindruckend: Die Rhythmen wechseln zwischen treibenden Läufen und verträumten Tremolos, während die Soli mit kreischenden Passagen und den beliebten zweistimmigen Harmonien aufwarten. Die Akustikpassagen sind zwar nicht mehr so ​​präsent wie zuvor, finden aber immer noch ihren Platz mit melancholischen Melodien. Der Gesamtklang ist einzigartig und mitunter schwer zu fassen, doch die verschiedenen Elemente sind gerade so gut hervorgehoben, dass sie nicht zu belanglos wirken.

Manchmal hat man den Eindruck, dass die Gitarrenvirtuosität auf Kosten der anderen Musiker geht. Der Gesang wird wohl für einige Hörer weiterhin ein Streitpunkt bleiben; der eher traditionelle Gesang mag manchen besser gefallen als der Beatles-artige Gesang des Vorgängers, doch er könnte etwas mehr Power vertragen. Die Performance ist nicht schlecht, aber nicht ganz so charmant wie die Eigenwilligkeit des Debüts. Glücklicherweise ist das Schlagzeug noch virtuoser als zuvor, und das Klavierspiel ist durchweg gut.

Alles in allem ist das Songwriting so komplex wie eh und je, aber dank der sieben Tracks mit einer Gesamtspielzeit von 45 Minuten gut zu bewältigen. Die meisten Stücke sind labyrinthische Metal-Nummern, die mit einer Vielzahl von Melodien und Zwischenspielen für den Zusammenhalt verschiedene Tempi und Stimmungen durchlaufen. „Red Nails (For the Pillar of Death)“ ist dank seines düsteren Tons und des extremen Schlagzeugspiels der beste Song des Albums, aber auch der geradlinigere Power Metal von „Laurelindorenan“ gefällt mir. Die Ausreißer sind ebenfalls hörenswert: „Roses“ bietet einen klaren Klang und ein fast tanzbares Tempo, ohne dabei in die Gefilde von Idle Hands abzudriften, während „Pretend“ eine klaviergetriebene Variante der früheren Akustikballaden darstellt.

Insgesamt könnte Lunar Shadows Dynamik noch etwas Feinschliff vertragen, aber ihr zweites Album ist ein großer Schritt nach vorn. „Far from Light“ übertrifft „The Smokeless Fires“ in der Gesamtqualität leicht, der Sound ist hier aber deutlich eigenständiger. Ob einem das Album gefällt, hängt vielleicht davon ab, ob man eher gitarren- oder gesangsorientiert ist, aber die virtuose Musikalität und die gelungene stilistische Verschmelzung sind unbestreitbar. Das Album könnte durchaus mit der Zeit immer besser werden, aber ich denke, Lunar Shadows bestes Werk kommt erst noch..(METAL ARCHIVES)


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