1. Little Sister
Mit ihrem dritten Studioalbum „Waitin’ For The Night“ befanden sich The Runaways in einer Phase des massiven Umbruchs. Nach dem Ausstieg von Rhythmusgitarristin Joan Jett (die hier auch den Bass übernahm) und Lead-Sängerin Cherie Currie schrumpfte die Formation zum Quartett. Das Album markiert den Moment, in dem die Band versuchte, ihr Image als „Teenage-Sensation“ abzuschütteln und sich als ernstzunehmende Hard-Rock-Größe zu etablieren. Produziert von Vicki Blue und unter der Leitung von Kim Fowley, schlägt das Album deutlich härtere Töne an als seine Vorgänger. Der Sound ist dunkler, schwerer und lehnt sich stärker an den klassischen Heavy Rock der späten 70er Jahre an. Ohne Curries Pop-Appeal rückt die musikalische Versiertheit von Lita Ford in den Vordergrund, deren aggressive und technisch versierte Gitarrenarbeit die Platte dominiert. Joan Jett übernahm auf diesem Werk die Rolle der Hauptsängerin. Ihre Performance ist rotzig, direkt und verleiht den Songs eine authentische Punk-Attitüde, die im Kontrast zu den metallischen Riffs steht. Ihre Stimme wirkt hier weniger poliert, was Titeln wie dem düsteren „Waitin’ For The Night“ oder dem rasanten „You’re Too Possessive“ eine besondere Dringlichkeit verleiht. Obwohl „Waitin’ For The Night“ zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung kommerziell hinter den Erwartungen zurückblieb, gilt es heute als ein wichtiges Bindeglied zwischen frühem Punk und dem aufkommenden Heavy Metal der 80er Jahre. Es ist ein Dokument einer Band, die erwachsen wurde und bewies, dass sie auch ohne ihr ursprüngliches Aushängeschild eine enorme musikalische Durchschlagskraft besaß. Das Album bleibt ein essentielles Werk für Fans von rohem, ungeschliffenem Rock 'n' Roll.

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