Bewertung: 8
Es ist ja traurig: Wenn ich an den 1. Mai denke, kommen wir unweigerlich die alljährlichen Ausschreitungen an den diversen Demos in den Sinn. Was das mit Spell zu tun hat? Nun, vielleicht sollten sich einige Chaoten zuerst einmal diese Scheibe anhören, denn dann wären sie wohl tiefenentspannt und frei von dieser sinnlosen Zerstörungswut. Insofern ist das Veröffentlichungsdatum dann also ganz gut gewählt.
Spell stammen aus Kanada und sind seit 2013 aktiv. «Wretched Heart» ist das fünfte Album und es lässt erneut viel Diskussionsraum um den Stil zu schubladisieren. Ähnlich wie Craver aus der Schweiz kreieren die Jungs eine Mischung aus klassischem Metal, Gothic und Hardrock. Ja phasenweise klingen sogar AOR Einflüsse durch. Die 70er spielen dabei eine wichtige Rolle und sicherlich haben die Jungs auch schon mal Blue Öyster Cult auf ihren Plattentellern gehabt. Die Stimme von Frontmann Cam Mesmer klingt dabei oft in klaren und ruhigen Tönen, was dem Album eine markante, fast schon atmosphärisch-okkulte Aura verleiht.
Im Prinzip reichen die ersten beiden
Songs um sich ein Bild zu machen. Der Opener «Dark Inertia», der durch
galoppierende Rhythmen und den verträumten Synthie-Teppichen, die perfekte
Balance zwischen Eingängigkeit und leicht progressivem Songwriting findet. «Lilac»
ist für mich der stärkste Song. Er besticht durch seine melodische Leichtigkeit
und seiner Ohrwurmqualitäten. Daneben gibt es auch Songs wie «Oubliette», welche
dem Hörer etwas mehr abverlangen. Es ist sicher nicht ein Album, dass ich täglich
auflegen werde, aber wenn Lust auf diese leicht melancholische, aber auch verträumte
Phase der Siebziger in Verbindung mit klassischem Metal hat, ist «Wretched
Heart» eine gute Wahl.


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