Bewertung: 8,5
Der europäische Power Metal hat mir in letzter Zeit etwas Sorge gemacht. Bands wie Battle Beast, Beast In Black oder Angus McSix übertreffen sich förmlich mit völlig übertriebenen Pop-Keyboard-Zuckerguss Attacken, so dass man sich phasenweise in einer härteren Version von Modern Talking wähnte. Zum Glück gibt es auch heute noch Bands die mächtig Gegensteuer geben. Ein äusserst positives Beispiel sind TORIAN, welche mit ihrem fünften Album eindrucksvoll beweisen, dass Keyboards und Gitarre eine mächtige Soundwand aufbauen können, ohne gleich klebrig süss zu klingen.
Double-Bass Attacken wie bei «Soul Vampires», «Warpriest» oder «Sent To Hell» sind bei den Paderborner keine Ausnahme. Daneben sorgen die Keyboardteppiche für den nötigen Bombast und der nötigen Portion Melodie. Das Gespür für einprägsame Refrains («Iron Hammer» oder «Sons Of The Damned») ist ebenso ausgeprägt, wie die gut platzierten Power Metal typischen Chöre. Mit "Lost Legion" findet das Album seinen thematischen Kern und beweist, dass Torian die Balance zwischen technischem Anspruch und Mitsing-Hymnen meisterhaft beherrschen. Ausserdem ist die Steigerung der Band seit dem durchwachsenen Debüt «Dreams Under Ice» eindrucksvoll.
Ein rundum gelungenes Werk für Fans
von kraftvollem, modernem Power Metal! Die Produktion ist modern und fett und
passt somit zum bombastischen Sound der Deutschen. Wer Bloodbound, Brainstorm oder Orden Ogan
mag, kommt an Torian nicht vorbei.


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