Songs:
1. Riding On The Dawn
2. A Funeral For The World
3. Demoness
4. Collateral Damage
5. Faith Healers
6. No Religion
7. Massive Deceiver
8. Die Trying
Die aus Brooklyn, New York stammende traditionelle Heavy-Metal-Band Sanhedrin ist ein ungewöhnliches Trio mit vielfältigen musikalischen Werdegängen: Erica Stoltz spielte unter anderem in der Stoner-Rock-Band Lost Goat und im Darkwave-Kollektiv Amber Asylum, während Gitarrist Jeremy Sosville an neueren Veröffentlichungen von Black Anvil beteiligt war. Das Debütalbum „A Funeral for the World“ wird souverän von Stoltz' epischem Heavy-Metal-Gesang und Sosvilles an Mercy (Schweden) erinnerndem, doomigem Gitarrenspiel getragen, doch die treibenden, mittelschnellen Drums verleihen dem Album seine ureigene Schwere. Die Band hat hier wirklich ins Schwarze getroffen: Der Sound des Albums ist gewaltig, und die Produktion von Marston/Boatright lässt King Witchs letztes Album sowohl klanglich als auch stilistisch alt aussehen. So verführerisch heavy und rockig „A Funeral for the World“ auch sein mag, es wirkt dennoch wie das Debütalbum einer Band, die noch daran arbeitet, ihre Live-Chemie professionell ins Studio zu übertragen.
Stoltz verfügt über einen recht großen Stimmumfang, und obwohl sie nicht unbedingt die wildeste Sängerin ist, ist ihre Kontrolle durchweg bewundernswert. Ihre Kadenz orientiert sich eher am klassischen Dio als an Mandy Martillo von Satan's Hollow, doch beide haben einen ähnlichen Gesamtklang. Obwohl ich zuvor King Witch als Vergleich herangezogen habe, heben die schnelleren Passagen von „A Funeral for the World“ das Album aus dem ansonsten gemächlichen, epischen Heavy-Metal-Tempo heraus, das nie ganz in Thrash ausartet. Wer Night Vipers Speed-Metal-lastigen Trad-Metal-Ansatz kennt, kann sich vorstellen, in welcher Liga Sanhedrin spielen. Vor allem vermisste ich neben einigen wenigen herausragenden Stücken ein markanteres Gitarrenspiel. Es vermittelt den Eindruck, dass die Band auf Platte zu ihrer besten Form findet und gleichzeitig sicherstellt, dass sie live als Trio stimmig klingt.
Als ich mich schließlich von dem brillanten Klang der Aufnahme erholt hatte, geriet ihre Einprägsamkeit etwas in den Hintergrund, da die von Sanhedrin perfekt umgesetzten Songs mitunter mit schwächeren Kompositionen kollidierten. Besonders das Duo „Collateral Damage“ und „Faith Healers“ fand ich für sich genommen großartig, doch in der Mitte des Albums nebeneinander platziert, wirkten sie zu ähnlich. Diese elf Minuten zogen mich beim wiederholten Hören einfach zu sehr in die Ferne. Hätte man „No Religion“ dazwischen platziert, wäre die Tracklist vielleicht nicht so eintönig geworden. Glücklicherweise setzt sich die Tradition des Heavy Metal fort, dass jeder Song mit „Deceiver“ im Titel fantastisch ist: „Massive Deceiver“ mischt „A Funeral for the World“ ordentlich auf, bevor das epische, Doom-inspirierte „Die Trying“ das Album geschmackvoll abschließt.
Ich habe zwar nicht allzu viel an der etwas schwächeren Songstruktur auszusetzen, aber Sanhedrins Debütalbum bietet deutlich mehr Höhepunkte als Ausrutscher. „Demoness“ besticht durch einen klassischen Speed-Metal-Galopp, der sich bis zum Höhepunkt verlangsamt und dann wieder rasant abwärts stürmt. Ein großartiges Beispiel dafür, wie die Konzentration auf die simple Dynamik des klassischen Heavy Metal/Hard Rock mit ein paar großartigen Riffs ungemein unterhaltsam sein kann. „Riding on the Dawn“ klingt sehr nach US-Metal der 80er und präsentiert den „True Metal“ am besten, aber meiner Meinung nach sind „No Religion“ und „Massive Deceiver“ gleichermaßen empfehlenswert. „A Funreal for the World“ ist zwar kein perfektes Traditional-Metal-Album, überzeugt aber durchweg. (METAL ARCHIVES)


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