Die Thrash-Szene der Schweiz wird immer etwas unterschätzt. Neben den Zugpferden Messiah und Coroner, den ebenfalls nicht unbekannten Poltergeist, Drifter oder Comaniac, existiert eine ganze Schar an jungen Prügelbands wie Piranha, Axxelerator, Total Annihilation, Klaw, Battalion oder Mind Patrol. Die Liste liesse sich noch weiterführen. In diese Kategorie gehören auch die Walliser Padoria, welche im Eigenvertrieb Anfang Juni ihr zweites Album von der Leine lassen.
Das Album handelt von Grimdark, einem Namen aus dem Spiel Warhammer 40.000. Während klassische High Fantasy oft vom Kampf "Gut gegen Böse" erzählt, gibt es im Grimdark meistens nur "Schlecht gegen Noch Schlimmer". So beschreibt es zumindest die Google Suche. Da meine Gaming Erfahrungen nicht viel weiter als Mariokart und NHL gehen, ist mir dies alles natürlich völlig unbekannt. Doch in erster Linie soll es ja um die Mucke gehen. Nun, den Namen Slayer dürfte die Band durchaus schon gehört haben, aber die Walliser pflücken zwischendurch auch ein paar Früchte aus dem Death Metal Garten.
Viel Neues bietet die Scheibe nicht. Aber wisst ihr was? Das ist so etwas von egal, denn die acht Abrissbirnen machen dermassen Spass, was vor allem an der geilen Gitarrenarbeit liegt. Mathias Frei schüttelt sich dermassen viele starke Riffs aus dem Ärmel, das man sich schon mitten im Moshpit wähnt. In Sachen Songwriting hat das Quartett mit dem grandiosen Opener «…There Is Only War», dem Banger «Faith, Fire, Bolter And Blade» und dem alles niederwalzenden Doomer «I Am The Hammer» ebenfalls genügend heisse Eisen im Ofen.
Der Gesang dürfte sicher nicht jedermanns
Geschmack treffen, aber die harschen Vocals von Sebastian Schmiedel klingen
mächtig angepisst und verleihen Padoria ihre düstere Note. Auch die Produktion
von Pascal Zenklusen (Tylangir) und der Mix von V.O. Pulver genügt höchsten
Ansprüchen, weshalb ich hier qualitätsbewussten Thrashern durchaus empfehlen
kann, sich «Into The Grimdark» anzuhören und die CD direkt bei der Band zu
bestellen.


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