Bewertung: 8
1. Rausch
Mit Rebellen und Helden liefern Rauhbein exakt das ab, was Fans von modernem Folk-Rock mit deutlichem Kante-Einschlag erwarten: eine ehrliche, erdig produzierte Mischung aus handgemachtem Rock, Irish-Folk-Einflüssen und tiefen, leicht rauen Gesangslinien. Das Album wirkt wie ein Abend in einer rustikalen Hafenkneipe, bei dem frei heraus erzählt wird – ohne verstellt zu wirken.
Musikalisch bleibt sich die Band treu. Treibende Rhythmen, prägnante Fiddle- und Flöten-Passagen sowie eingängige Gitarren-Riffs bilden das Fundament. Rauhbein setzen nicht auf hochpolierte Pop-Glatte, sondern auf eine ehrliche, kernige Dynamik. Die Songs haben ordentlich Zug nach vorne und machen besonders dann Spaß, wenn das Tempo angezogen wird und die Melodien zum Mitsingen einladen.
Der Titel Rebellen und Helden ist Programm. Rauhbein erzählen Geschichten vom Aufstehen, Durchhalten und dem unperfekten Leben. Es geht um Kameradschaft, Freiheit, das Überschreiten eigener Grenzen, aber auch um Rückschläge und das Akzeptieren von eigenen Fehlern. Die Lyrik ist bodenständig, direkt und unverschlüsselt – wer tiefschürfende, hochkomplexe Metaphern sucht, ist hier falsch; wer ehrliche Geschichten aus dem Alltag und Hymnen auf die Freundschaft sucht, wird bestens bedient.
Besonders stark sind die Nummern, in denen die Mischung aus Irish-Folk-Leichtigkeit und der typischen Deutschrock-Männlichkeit perfekt ineinandergreift. Die Refrains sind absolut livetauglich und darauf ausgelegt, von Publikumschören mitgegrölt zu werden. Ein paar ruhigere Momente bringen zudem eine schöne, nachdenkliche Note in das Album, ohne dass der Schwung komplett verloren geht.


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