Manifesting Destiny ist das ambitionierte Comeback-Album der US-amerikanischen Power-Metal-Band um Gitarren-Virtuose Corbin King und die stimmgewaltige Frontfrau Kate French (ex-Chastain). Nach einer gefühlten Ewigkeit des Wartens liefern sie ein Werk ab, das traditionellen Heavy Metal, neoklassische Gitarren-Eskapaden und modernen Druck miteinander verschmilzt. Corbin King zementiert mit Manifesting Destiny seinen Ruf als einer der unterbewertetsten Gitarrenhelden der Szene. Seine Soli sind ein absolutes Fest für Fans von Yngwie Malmsteen oder Shrapnel-Records-Releases der Spät-80er. Es wird geshreddet, was das Zeug hält, aber – und das ist der entscheidende Punkt – ohne dass das Songwriting darunter leidet. Die Riffs sind messerscharf, tonnenschwer und haben diesen klassischen US-Power-Metal-Drive. Kate French ist eine Naturgewalt. In einer von symphonischen Engelsstimmen dominierten Szene ist ihr rauer, aggressiver und dennoch melodischer Gesang ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Sie erinnert phasenweise an eine Mischung aus Leather Leone (Chastain) und Rob Halford in seinen angriffslustigsten Momenten. Sie singt nicht einfach; sie attackiert die Songs. Manifesting Destiny erfindet das Rad nicht neu, aber es rollt verdammt schnell und überrollt alles, was sich ihm in den Weg stellt. Die Songs sind druckvoll produziert, wobei das Schlagzeug ordentlich wummert und der Bass ein stabiles Fundament legt. Gibt es Schwachstellen?Wenn man dem Album etwas vorwerfen will, dann ist es eine gewisse Vorhersehbarkeit im Aufbau der Tracks. Wer mit dem Genre des neoklassischen US-Power-Metals nichts anfangen kann, dem wird das Album streckenweise zu dicht besaitet und die Solo-Eskapaden zu lang sein. Auch die Produktion ist zwar verdammt druckvoll, wirkt aber stellenweise fast schon ein bisschen zu digital-modern für den eigentlich sehr traditionellen Kern der Musik. Manifesting Destiny ist ein absolutes Brett für Puristen. Es ist ein lautes, stolzes und technisch anspruchsvolles Statement einer Band, die sich nicht verbiegen lässt. Wer Chastain, Jag Panzer, Symphony X oder klassischen US-Heavy-Metal mit einer gehörigen Portion Shredding vermisst hat, wird dieses Album lieben.
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