1. Confederation
Wenn ein Musiker eine Power Metal Scheibe mit vielen Gastsängern aufnimmt, muss er sich wohl automatisch mit Tobias Sammet’s Avantasia messen lassen, auch wenn die Musik nicht ganz so pompös daherkommt. Till Oberbossel heisst der Mann hinter Lucid Dreaming, welcher selber die Musik als gitarrenlastiger und mit weniger Keyboards beschreibt.
Die Reige der Sänger lässt sich sehen. Koryphäen wie Harry Conklin (Jag Panzer), Zak Stevens (Savatage), Blaze Bailey oder Gerre (Tankard) leihen ihre Stimme, neben vielen anderen notabene. Das Konzeptalbum erzählt die Geschichte von Deutschland in der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert. Musikalisch folgt man den typisch deutschen Pfaden. Der Opener «Confederation» wogt zwischen Gamma Ray und Helloween, «Black And Red And Gold» könnte auch aus der Feder von Rock ‘n’ Rolf stammen, während «Farewell» dann eben doch in der Machart an Avantasia erinnert.
Es ist vor allem den Stimmen von Zak
und Harry zu verdanken, dass man auch US-Metal Anleihen ausmachen kann. Das
Album macht also Spass, auch wenn es meiner Meinung nach etwas zu lange
ausgefallen ist und ich den einen oder anderen Mid Tempo Stampfer vermisse.
Meist ist man flott unterwegs und auch die Refrains zünden nicht über die ganze
Länge des Albums. Genau an diesem Punkt haben auch die Vorgänger geschwächelt.
Im Gegensatz zu Avantasia bleibt einfach zu wenig hängen. Aber: Lucid Dreaming
ist eine solide Power Metal Veröffentlichung gelungen, hervorragend produziert
von Uwe Lulis (Accept).


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