Bewertung: 9,5
1. Terror From The Sky
Cloven Hoof sind wie ein guter Wein: Je älter sie werden, desto besser scheinen sie zu werden. Was die britischen Heavy-Metal-Veteranen auf ihrem neuen Album „Never A Prophet In Your Own Land“ abliefern, ist jedenfalls beeindruckend. Bereits der Vorgänger „Heathen Cross“ konnte überzeugen, denn mit dem Zugang von Harry „The Tyrant“ Conklin (Jag Panzer) am Mikrofon scheint die Band noch einmal einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Conklin veredelt die Songs mit seiner unverwechselbaren Stimme und verleiht dem ohnehin starken Material eine zusätzliche Portion US-Metal Flair.
„Terror From The Skies“ legt schon mal die Marchrichtung vor. Der Opener geht mit ordentlich Tempo nach vorne und bietet genau jene Mischung aus klassischen Heavy-Metal-Riffs und grossartigem Gesang, für die man Cloven Hoof schätzt. Conklin bewegt sich dabei mühelos durch die hohen Passagen und setzt gleich zu Beginn ein deutliches Ausrufezeichen.
Der Titeltrack „Never A Prophet“ gehört zu den grossen Hymnen des Albums. Hier nimmt die Band etwas Geschwindigkeit heraus und setzt stattdessen auf einen majestätischen Aufbau und einen Refrain, der geradezu danach verlangt, live mitgesungen zu werden. Eine interessante Abwechslung bietet „Gypsy Roller“. Hammond-Orgeln und ein deutlich stärkerer Classic-Rock-Einschlag verleihen dem Stück einen anderen Charakter. Conklin zeigt hier zudem eine überraschend warme und bluesige Seite. „Iron Mask“ schlägt dagegen wieder deutlich härtere Töne an. Zweistimmige Gitarren, treibende Drums und ein grosser Refrain machen den Song zu einem weiteren Höhepunkt der Scheibe.
Cloven Hoof klingen auf „Never A Prophet In Your Own Land“ nicht wie eine alternende Band, die lediglich ihre Vergangenheit aufwärmt. Vielmehr wirkt das Songwriting frisch und lebendig. Die Mischung aus klassischem britischem Heavy Metal, US-Metal-Einflüssen, epischen Momenten und gelegentlichen Classic-Rock-Ausflügen sorgt für genügend Abwechslung.
Die Engländer beweisen einmal mehr,
dass Alter im Heavy Metal keineswegs ein Nachteil sein muss. Im Gegenteil:
„Never A Prophet In Your Own Land“ klingt nach einer Band, die ihre Erfahrung
nutzt, ohne dabei eingerostet zu wirken. Der bereits starke Vorgänger wird noch
einmal übertroffen, und mit Harry Conklin hat Cloven Hoof einen Frontmann, der
dem klassischen Sound eine zusätzliche Dimension verleiht. Wer traditionellen Heavy
Metal mit starken Melodien, Twin-Gitarren und einem überragenden Sänger mag,
sollte dieses Album definitiv auf dem Zettel haben.


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