1. Grimoire
Midnight Prey gehen auf „Jenseitsritt“ einen durchaus eigenwilligen Weg und vermischen Gothic-Atmosphäre mit klassischem Heavy Metal im Stil der NWOBHM und einer ordentlichen Portion Punk. Das Ergebnis klingt kauzig, düster und angenehm unangepasst. Gerade diese ungewöhnliche Kombination macht den Reiz des Albums aus, auch wenn sie sicherlich nicht jedermanns Geschmack treffen dürfte.
Musikalisch funktioniert die Mischung erstaunlich gut. Zwischen schweren Gitarren, melodischen Metal-Passagen und punkiger Direktheit entsteht ein eigener Charakter, der sich angenehm vom Einheitsbrei abhebt. „Jenseitsritt“ wirkt dabei nie völlig glattpoliert, sondern bewahrt sich eine gewisse Rohheit und Schrulligkeit, die hervorragend zum Konzept passt.
Was mir allerdings fehlt, sind die ganz grossen Highlights, die sich
dauerhaft im Gedächtnis festsetzen. Die Songs sind solide und haben ihren
eigenen Charme, aber der eine oder andere herausragende Moment hätte dem Album
noch zusätzliche Durchschlagskraft verliehen. So bleibt „Jenseitsritt“ vor
allem ein interessantes und eigenständiges Werk für Hörer, die gerne über den
musikalischen Tellerrand hinausschauen.


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