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Live: CoreLeoni im Old Capitol



CoreLeoni - Rock Out
Donnerstag 25.09.2026 - Old Capitol, Langenthal

Konzerte in der näheren Umgebung sind schon etwas praktisches. Man kann zuhause essen, hat keinen Stress und sich um 18.30 auf den Weg machen. Die 25 Minuten Anfahrt kann man gut verkraften und man ist auch zu einer Uhrzeit zuhause, dass man genügend Schlaf kriegt. Tinu, welcher am Vorabend noch bei Axel Rudi Pell zugegen war, klagte über Husten, trotzdem ging es ihm zum Glück so gut, dass er den Abend trotzdem geniessen konnte. Um ihm aber die Genesung zu erleichtern, werde ich den Bericht übernehmen.

Das Old Capitol war an diesem Donnerstagabend sehr gut besucht, wobei das meist ältere Publikum aus allen Schichten kam. Biker, Hausfrauen, Metaller oder Leute, welche man eher an einem Schlagerkonzert erwarten würde. Also im Prinzip die ähnliche Masse, welche man auch an Gotthard Konzerten erwarten würde. Die Bandshirts waren jedenfalls für einmal in der Unterzahl. Das Lokal war ausgezeichnet besucht, was sich insbesondere beim fotografieren bemerkbar machte, denn einen Fotograben gab es leider nicht.

 

Rock Out

Nicht wenige Besucher waren auch wegen Rock Out zugegen, seit ihrem Auftritt im Schweizer Fernsehen scheint die Popularität noch zugenommen zu haben. Mit einem brandneuen Album im Gepäck enterten die Jungs aus dem Emmental die Bühne. Rock Out stehen für geradlinigen Hard Rock – ohne unnötigen Schnickschnack, dafür mit umso mehr Druck. Musikalisch orientiert sich die Band zwar nach wie vor hörbar an den grossen Vorbildern von AC / DC, aber das war dem Publikum so ziemlich egal.

Das Publikum lässt sich von der Energie schnell anstecken. Vor der Bühne wird mitgesungen, gebangt und getanzt, während die Band ohne grosse Pausen durchrockt und nur durch kurze Ansagen von Sänger Florian unterbrochen wird. Es sei Ihnen eine Ehre für Core Leoni eröffnen zu dürfen – nun das sagt wohl jede Supportband über den Headliner, aber man nahm es den Jungs auch ab. Die Spielfreude des Quartetts war jedenfalls ansteckend.

Trotzdem muss ich gestehen, dass Rock Out mich nicht restlos begeistern konnten. Für meinen Geschmack, ähneln sich viele Songs vom Aufbau her und sehr vieles erinnert immer wieder an AC / DC. Einzig «Pump It Up» hob sich erfrischend vom Rest des Materials ab. Mit dieser Meinung war ich ganz sicher in Unterzahl, aber das ist halt meine persönliche Sicht der Dinge. Den Job als Anheizer erledigten Rock Out jedenfalls mit Bravour.

Setlist: «The Boys Are Back» - «American Way» - «Hit Me» - «Stand Together» - «Let’s Call It Rock ‘n’ Roll» - «Don’t Call Me Honey» - «I Wanna Live» - «Pump It Up» - «Dynamite»

CoreLeoni

Beim Konzertbericht von Gotthard und Krokus in Bern  - verfasst damals von unserem ‘Churz & Knackig’  Team – hätte der Eindruck entstehen könne dass ich mit Gotthard nichts anfangen könne. Das stimmt nur teilweise. Ich liebe die Band für die ersten drei Studioalben, danach hat sie mich tatsächlich nur noch selten begeistern können. Die Marschrichtung in immer softere Gefilde kam bei mir nicht gut an, aber genau da kommt CoreLeoni ins Spiel. Leo Leoni hat die Band ja unter anderem gegründet, damit er wieder härter rocken kann und die alten Songs seiner Band wieder live zocken zu können. Nun hat die Band mittlerweile auch eigenes Material, welches sich hervorragend in die Setlist fügte.

Schon der Opener «Walk On Water» sorgt für Bewegung vor der Bühne. Druckvolle Gitarren, ein wuchtiges Schlagzeug und die kraftvolle Stimme von Sänger Eugent Bushpepa treiben die Songs nach vorne. Mit dem grandiosen «Standing In The Light» und «Downtown» schaffen es CoreLeoni mühelos das Publikum von Anfang an zu packen -mit Präzision und spürbarer Leidenschaft.

Leo selber war schelmisch wie eh und je und gratulierte gleich zwei Fans während des Konzertes zum Geburtstag, brachte diese aber gleich in Verlegenheit, weil er beide zu einer Lokalrunde aufforderte. Das wäre in der Tat sehr teuer geworden. Ansonsten grinste er das ganze Konzert lang (auch wenn er meistens seine Mähne über das Gesicht hatte) und er genoss sichtlich die Verbindung zum Publikum. Mit Jgor Gianola lieferte er sich ausserdem so manches Gitarrenduell auf der Bühne.

Ein besonderes Wort gebührt auch Schlagzeuger Alex Motta. Mir ist es völlig schleierhaft, wie der Kerl ohne Nackenschaden den Abend überlebt haben soll. Nicht weil er wildbangend hinter dem Schlagzeug sass, sondern weil sein Mikrofon quasi hinter dem Kit stand und er den Kopf jeweils dermassen nach hinten drehen musste, das mir schon vom Zusehen die Halsmuskulatur weh tat.

Ebenfalls nicht von schlechten Eltern war das zweigeteilte Drum Solo. Im ersten Teil zeigte Alex seine technischen Kniffs, während er im Zweiten zu epischer Filmmusik solierte. Eine durchaus gelungene Angelegenheit, zumal mich Solos in der Regel eher dazu animieren die Bar aufzusuchen.

Wie schon bei Alice Cooper, der mit ‘Smells Like Teen Spirit’ von Nirvana in seiner Auswahl eines Coversongs, sowohl bei Tinu wie auch bei mir für lange Gesichter sorgte, fanden wir beide die Auswahl von Leo Leoni ziemlich ‘bescheiden’. «Lady Marmelade» mit seinem weltberühmten Refrain «Voulez Vous Couchez Avec Moi » sorgte gleich bei beiden Anwesenden für Kopfschütteln. Derweil war das dem Saal freilich egal, sie feierten auch diesen Song ab. Wer aber danach mit «Firedance» diesen ‘Fauxpas’ wieder wett machen kann, der hat etliches richtig gemacht.

CoreLeoni zeigen an diesem Abend eindrucksvoll, dass die älteren Gotthard Songs unbedingt auf die Bühne gehören und auch die neuen, eigenen Songs grosses Potential besitzen. Dazu kommt die Klasse der einzelnen Musiker, welche an diesem Abend eindrucksvoll zeigten, dass Hardrock ‘Made in Switzerland’ zeitlos ist.

Setlist: «Walk On Water» - «Standing In The Light» - «Downtown» - «Generation Rock» - «Howling At The Moon» - «Sister Moon» - «Make My Day» - «In The Name» - «Fist In Your Face» - «Ride On» - «Let It Be» - «Let Life Begin» - «Like It Or Not» - «Drum Solo» - «Lady Marmelade» - «Firedance» - «Here Comes The Heat» - «Mountain Mama» - «Last Goodbye» - «Outro: Thin Lizzy – The Boys Are Back In Town»

Rock Out


















CoreLeoni



































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