1. No Surprize
2. Chiquita
3. Remember (Walking In The Sand)
4. Cheese Cake
5. Three Mile Smile
6. Reefer Head Woman
7. Bone To Bone (Coney Island White Fish Boy)
8. Think About It
9. Mia
Ende der 70er hatten sehr viele Menschen den Eindruck, dass AEROSMITH nach einigen erfolgreichen Jahren im Rock-Zirkus am Ende wären. Die Mannen um STEVEN TYLER und JOE PERRY lebten das Klischee von Sex, Drugs and Rock'n'Roll wie kaum eine andere Band, ihr exzessiver Drogenkonsum war fast schon legendär. Streitigkeiten innerhalb der Band, abgesagte Konzerte, lange und kostspielige Studiosessions waren an der Tagesordnung, irgendwie hatte das Chaos bei AEROSMITH Einzug gehalten. Das alles hatte auch Einfluss auf die Musik, bei "Draw the Line" konnte man das alles noch kaschieren, bei "Night in the Ruts" ging das nicht mehr gut. Zwar verkaufte sich das Album immer noch recht gut, aber der Niedergang von AEROSMITH war deutlich hörbar. Wurde der Vorgänger noch mit Doppelplatin ausgezeichnet, so kam "Night in the Ruts" nur noch mit Ach und Krach zu Platin-Ehren. Als die Hälfte der Aufnahmen fertig waren, schickte die Plattenfirma die Band auf Tournee um Geld aufzutreiben, denn die kostspieligen Studiosession hatten Unsummen verschlungen. Doch die Zerwürfnisse innerhalb der Band waren enorm, AEROSMITH schleppten sich von Auftritt zu Auftritt und Frustration nahm stetig zu. Das führte immer öfters zu ausgefallenen Konzerten und unprofessionellen Auftritten, woran die Band letztendlich zu zerbrechen drohte. Am 18. Juli 1979, während der "World Series of Rock" in Cleveland, Ohio, eskalierte die Situation, JOE PERRY warf den Bettel hin und stieg bei AEROSMITH aus. Als Nachfolger wurde kurzerhand der Session-Musiker JIMMY CRESPO verpflichtet, die fehlenden Gitarrenparts auf "Night in the Ruts" wurden von verschiedenen Studiomusikern eingespielt. Kurze Zeit später stieg dann auch BRAD WITHFORD aus, er wurde durch RICK DUFAY ersetzt. Das Album selber ist sehr rockig geworden, die Bluesnoten sind sehr schön zu hören, auch die Produktion ist tadellos. Das nützt aber alles nicht, denn die Songs kommen bei mir nicht sonderlich gut an, mir fehlt einfach der "Pfiff", das Überraschende und Außergewöhnliche, das Alben wie "Toys in the Attic" und "Rocks" ausgezeichnet hat. Auf "Night in the Ruts" gibt es durchschnittliche Kost zu hören, immer noch ziemlich gut, aber eben nicht in der Qualität, die ich, und viele andere Fans, von AEROSMITH erwartet haben. Tja, was soll ich hier als Anspieltipps empfehlen? Der Opener "No Surprize", "Chiquita" und die abschließende Ballade "Mia" haben mir noch am besten gefallen, ansonsten reißt mich das Album eigentlich nicht um. "Nights in the Ruts" ist ein durchschnittliches Album, ohne große Ausreißer nach oben, für mich damals der Tiefpunkt in der Diskografie von AEROSMITH. Mein Fazit: "Night in the Ruts" ist für mich das bis dato schlechteste Album der Band, die Songs dümpeln so vor sich hin, bis auf wenige Ausnahmen will der Funke einfach nicht überspringen. Ich finde, dass man hören kann, dass die Band zu diesem Zeitpunkt heillos zerstritten war, und die einzelnen Mitglieder tief im Drogensumpf versunken waren. Den Songs fehlt es an Ausstrahlung und Emotionen, das wirkt alles irgendwie unmotiviert und leidenschaftslos auf mich. Genau von diesen Emotionen und der Leidenschaft leben aber die Songs von AEROSMITH, zumindest ist das meine Meinung. Trotz allem würde ich diesem Album noch lockere 3 Sterne verpassen, selbst im Drogendelirium und völlig zerstritten, machen AEROSMITH noch bessere Musik als viele ihrer Kollegen.(AMAZON)

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