1. Final Call
Album Nummer Sieben steht sicher unter einem besonderen Stern, schliesslich musste die Band den Tod von Songwriter und Gitarrist David Andersson verkraften, der 2022 im Alter von nur 47 Jahren verstarb. Die Frage, ob man trotzdem noch auf demselben Niveau musizieren kann, darf nach mehrmaligem Genuss getrost mit Ja beantwortet werden. Sicher haben TNFO beim Schreiben der 13 neuen Songs auch David ein würdiges Erbe hinterlassen.
Die Scheibe beginnt mit einem Intro, in dem die Band gebeten wird nun endlich ans Gate zu kommen, damit der siebte Flug endlich losgehen kann. Dieser beginnt mit «Stratus», einem Song, der auch in den 80ern eine gute Figur gemacht hätte. Starke, prägnante Keyboards trifft dabei auf einen treibenden Rhythmus und der einzigartigen Stimme von Björn. «Shooting Velvet» geht noch weiter zurück, nämlich in die 70er und erinnert an Discozeiten wie übrigens auch «A Paris Point Of View» welches wie eine etwas härtere Version von Boney M klingt.
«Give Us The Moon» ist aber noch voll von Highlights. «Like The Beating Of A Heart» glänzt zum Beispiel mit grossartigen Synthie Melodien, «Miracolous» ist eine fröhliche Abgehnummer mit mehrstimmigem Refrain und «Way To Spend The Night» ein temporeicher Rocker, der in den 80er garantiert ein Hit gewesen wäre. Doch die beiden grossen Highlights sind der Titeltrack, mit einem Refrain zum niederknien und der Rauschmeisser «Stewardess, Empress, Hot Mess (And The Captain Of Pain)», der mit über sieben Minuten längste Song des Albums. Das Epos beginnt balladesk, steigert sich aber zu einer Nummer, welche auch Journey nicht besser hätte schreiben können.
Album Nummer Sieben ist erneut eine AOR Perle geworden, welche sich auch getraut Disco Elemente und eine fröhliche Grundstimmung zu verarbeiten. Es ist in dieser kalten Jahreszeit eine wohltuende Abwechslung und rauscht nur knapp neben der Höchstnote vorbei.
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