Die Popularität von Halo Effect ist
erstaunlich, schliesslich ist gerade erst das zweite Album erschienen. Das
Kofmehl in Solothurn war auf jeden Fall sehr gut gefüllt, was sicher auch am
Package lag, denn man sah doch auch einige Shirts von Pain und Bloodred
Hourglass. Im Gegensatz zu den unsäglichen Merchandisepreisen von Dark
Tranquillity war das heute sehr human. Ein Shirt gab es für 35 Kröten und damit
lag man gleichauf mit den Preisen in Deutschland. Da hat Sänger Mikael Stanne,
der ja bei beiden Bands das Mikro in der Hand hält, wohl erfolgreich an
gewissen Schräubchen gedreht.
Bloodred Hourglass
Pünktlich um
19:00 ging es los und die Finnen betraten die Bühne. Da sowohl von Pain wie
auch für Bloodred Hourglass ein Drumkit aufgebaut wurde, war es für die sechs
Mitglieder entsprechend eng. Davon liessen sich Bloodred Hourglass aber nicht
irritieren und schmetterten eine ordentliche Prise Melodic Death in das
hungrige Publikum. Garniert wurde das Ganze mit einigen Metalcore Elementen,
welche die Band auf dem neuen Album integriert hat. Mir gefallen zwar die
thrashigeren Frühwerke um einiges besser, aber das ist wiederum
Geschmackssache. Erstaunlicherweise durfte man 40 Minuten spielen, was die Skandinavier
dazu nutzten vor allem die beiden letzten Werke «Your Highness» und «How’s The
Heart» als Vorlage für die Setliste zu benutzen. Der Sound war druckvoll und so
kamen Fans der Band voll auf ihre Kosten.
Setlist:
«The Sun Still In Me» - «In Lieu Of Flowers» - «Leaves» - «The End We Start
From» - «Waves Of Black» - «Drag Me The Rain» - «Nightmares Are Dreams Too» -
«Veritas» - «Where The Sinners Crawl»
Pain
Nach einer
kurzen Umbaupause war es nun Zeit für Peter Tägtgren’s Pain. Die Stimmung im
Saal erreichte sofort ein neues Level, anscheinend mögen viele den Electronic /
Industrial Metal des Schweden. Ich gehöre definitiv nicht dazu, ich mag den
Sound von Pain überhaupt nicht, weshalb die folgende Stunde für mich eher einer
Tortur gleichkam. Trotzdem muss ich zugestehen, dass die Band in Sachen
Lichteffekte und Show einiges richtig gemacht hat. Bei «Call Me» stoppte Peter
kurz den Song und verurteilte dann den Gitarristen den Part von Sabaton’s
Joakim Broden zu singen, was dieser erstaunlicherweise recht adäquat
rüberbrachte. Was die Setliste anbelangt, wurde die Diskografie recht breit
berücksichtigt. Mein Walliser Kumpel meinte nach dem Auftritt, dass «Same Old
Song» der ‘beschti Song üsem Portfolio’ gewesen sei, was nicht nur zur
allgemeinen Belustigung aufgrund der Wortwahl führte, sondern auch den Nagel
auf den Kopf traf.
Setlist:
«It’s Only Them» - «Don’t Wake The Dead» - «Call Me» - «Zombie Slam» - «Suicide
Machine» - «I’m Going In» - «Go With The Flow» - «Same Old Song» - «The Great
Pretender» - «Party In My Head» - «Have A Drink On Me» - «Let Me Out» - «Shut
Your Mouth»
The Halo Effect
Um halb Zehn
war es dann soweit und ein prächtig aufgelegter Mikael Stanne betrat mit seiner
Combo die Bühne. Was folgte war ein Triumphzug in Sachen Melodic Death Metal.
Es ist erstaunlich, was die Band auf ihren beiden Alben für Songs geschrieben
hat und das konnte sie heute auch live unter Beweis stellen. Leider war bei den
ersten Songs der Bass etwas gar präsent, was sich aber im späteren Verlauf
wieder zum Guten einpendelte. In Sachen Licht war man meist in grünem Nebel
eingetaucht, was dazu führte dass man in den hinteren Reihen vielfach nur die
Umrisse erkennen konnte. Dementsprechend schwierig gestaltete sich auch das
Fotografieren. Bei erst zwei Alben war die Songauswahl sicher nicht allzu
schwierig, aber es war doch erstaunlich, dass vom neuen Werk nur fünf Songs
gespielt wurden, das Debüt bis auf eine Ausnahme komplett zu Ehren kam. Die
Reaktionen des Publikums waren auf jeden Fall euphorisch, was die Band sichtlich
genoss. Nach einer Stunde war der Spass dann leider schon vorbei, was sicher
ein kleiner Kritikpunkt ist, vor allem als Headliner erwartet man da schon
mehr. Man hätte ja zum Beispiel noch einen In Flames Coversong einbauen können.
Aber das ändert grundsätzlich nichts an der Tatsache, dass The Halo Effect wohl
bald schon in grösseren Hallen auftreten werden. Grandiose Band, grandioser
Auftritt!
Setlist:
«March Of The Unheard» - «Feel What I Believe» - «In Broken Trust» - «The
Needless End» - «Detonate» - «Conditional» - «Cruel Perception» - «A Truth
Worth Living For» - «Become Surrender» - «What We Become» - «Gateways» - «Last
Of Our Kind» - «Days Of The Lost» - «Shadowminds»
Bloodred Hourglass
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