1. Black Mamba
IRON MAIDEN feiern gerade mit einer großen Tour ihr 50-jähriges Jubiläum, und ebenso lange ist es her, dass ALICE COOPER mit „Welcome To My Nightmare“ sein erstes Soloalbum herausgebracht hat. Allerdings hat er zu dieser Zeit mit seiner gleichnamigen Band bereits sieben Alben veröffentlicht, was seinen Legendenstatus wohl mehr als überdeutlich herausstreichen dürfte.
Und nun hat sich ALICE COOPER im rüstigen Alter von 77 Jahren noch einmal mit all seinen damaligen Bandkollegen zusammengesetzt, um gemeinsam einen Nachfolger zum 1973er Album „Muscle Of Love“ aufzunehmen. Selbst der bereits früh verstorbene Gitarrist GLEN BUXTON bekommt auf dem schön trashigen Cover im Filmplakatstil noch eine „Special Appearance“ Erwähnung, da man alte Archivaufnahmen von ihm beim Song „What Happened To You“ wieder verwenden konnte.
Als zusätzlicher „Special Guest“ konnte gar der ehemalige DOORS Gitarrist ROBBY KRIEGER verpflichtet werden, der gleich auf dem ersten Song „Black Mamba“ zu hören ist, einem mehr als passablen Opener, dessen „Jajajajajajaja“ Part sich so richtig im Gehirn festsetzt. Auch das folgende flotte „Wild Ones“ macht ordentlich Laune, scheint die Nummer auf angenehme Weise doch völlig aus der Zeit gefallen zu sein. Überhaupt klingen die 14 Stücke auf dem Album allesamt richtig schön altbacken, wobei trotz all dem viel Wert auf Abwechslung gelegt wurde. Schunkelige Gruselstücke („Kill The Flies“) treffen auf treibende Rocksongs („Money Screams“), Bluesnummern samt Mundharmonika (“Inter Galactic Vagabond Blues”) dürfen ebenso wenig fehlen, wie ein Stampfer a la „Crap That Gets In The Way Of Your Dreams“ (der ziemlich an „All Day And All Of The Night“ von den KINKS erinnert), ehe das getragene „See You On The Other Side“ nach gut 54 Minuten einen mehr als treffenden Abschluss darstellt.
„The Revenge Of Alice Cooper” klingt wie direkt aus den 1970ern entsprungen, und das ist auch gut so. Die Songs können aber nicht nur durch ihre nostalgische Note überzeugen, sie sind allesamt auch qualitativ auf einem wirklich hohen Niveau. Die Musiker mögen zwar schon im fortgeschrittenen Pensionistenalter sein, aber ihre Energie und Spielfreude ist dann doch ganz schön beeindruckend, und macht wahrlich Lust auf eine weitere Fortsetzung.


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