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Obscurity - Ascheregen



Release Info: 2026 - Trollzorn - Full Length
Band Info: Deutschland - 1997 - Viking Metal
Bewertung: 7,5        


Songs:

1. Inintium Dekadentiae
2. Flammentaufe
3. Schwur
4. Blutgebet
5. Dreifaltigkeit
6. Ascheregen
7. Ketzerjagd
8. Läuterung
9. Bekehrung
10. Runenwinter
11. Runar Vig
12. Dystopie Und Schwanengesang

OBSCURITY, auch die "Bergischen Löwen" genannt, haben 1997 ein Werk geschaffen, das von vorchristlicher Mythologie durchdrungen und durch eine Fusion aus Death Metal-Strenge und melodischer Struktur geprägt ist. Fast dreissig Jahre später bekommt der Zuhörer auf «Ascheregen» wieder diesen druckvollen und melodischen Death Viking Metal um die Ohren geballert, allerdings mit einer deutlicheren Schärfe an Black Metal, was wiederum dazu einlud, auch an Melodie und Härte nochmals zuzulegen.

Vielleicht fühlt sich ihr zehntes Album deshalb wie eine Wiederauferstehung der lang gehegten Vision der Band an. Textlich verwebt «Ascheregen» nordische Mythologie, die Gewalt der Christianisierung und den stillen Verfall des modernen Lebens zu einer einzigen, ununterbrochenen Erzählung, was insgesamt ein Beweis für gereiftere Songstrukturen darstellt. Besonders mit dem Song «Rúnar Víg» hat sich das Quintett einen lang gehegten Wunsch erfüllt und sich Verstärkung aus Schweden geholt; Erik Grawsiö von Månegarm. Sein Beitrag hört sich nicht nach Gastauftritt an, sondern eher nach dem Aufflammen einer alten Allianz.

Grawsiös deutschsprachiger Gesang verleiht dem Song Gewicht und Textur, ohne die Aufmerksamkeit allein auf sich zu ziehen. Der Track fügt sich nahtlos in eine Platte ein, die kein Interesse an Effekthascherei hat. Im Kern ist «Ascheregen», beginnend mit dem bedrohlichen Auftakt «Initium Dekadentiae» bis zu den letzten Klängen von «Dystopie und Schwanengesang», Klage und Aufbegehren zugleich: eine kritische Reflexion über den Verfall der Gesellschaft und ein Aufruf, der bevormundenden und unterwerfenden Konformität zu widerstehen.

Was die Produktion angeht, da zeigt der bergische Trupp Konstante, denn die frische Platte wurde erneut in den ehrwürdigen Hallen der "4CNStudios" eingespielt und von Tim Schuldt und Obscurity produziert. Auch das düstere und detailverliebte Cover-Artwork stammt wieder von Jan Yrlund (Darkgrove Design). Auf «Ascheregen» findet sich Liturgie und Widerstand, Entschlossenheit und die Weigerung, alles andere als unerbittlich zu sein. Es ist ein Album, das den Verfall anerkennt, ihn benennt und sich weigert, wegzuschauen! (METAL FACTORY 8 / 10)






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