Bewertung: 7,5
1. De Ventus Mahemium
Kommen wir nun zu den Uptempo-Nummern im Allgemeinen. Sie zeichnen sich durch exzellentes Gitarrenspiel aus, das eine unheilvolle Stimmung erzeugt, sowie durch eine Vielzahl messerscharfer Riffs. Alle Uptempo-Stücke beeindrucken mit ihrer energiegeladenen Dynamik, die dem herausragenden Songwriting zu verdanken ist. Dabei ist anzumerken, dass Cruel Force nicht nur eine einzige Kompositionsformel verwenden. Während beispielsweise das wuchtige „Black Witch of Doom“ ausschließlich auf hohes Tempo setzt, bietet „Obscure Evil“ faszinierende Breaks und Tempowechsel, ohne dabei auch nur ein Prozent seiner Kraft einzubüßen. Gerade dieser Song mit seiner ungezügelten Power und seiner kompositorischen Raffinesse zeigt das gesamte Spektrum des Könnens der Band. Tracks wie „Infernal Winds“ oder „Chants of Mayhem“ bestechen ebenfalls durch brillante Riffs und sind nicht weniger mitreißend. Man kann also sagen, dass Cruel Force ihr Genre in all seinen Facetten beherrschen. Aus diesem Grund wirkt das Album – selbst in seinen wenigen, etwas schwächeren Momenten – keineswegs eintönig.
Die aufwendig gestaltete Vinyl-Edition setzt ein zusätzliches Highlight. Ich meine damit nicht das Poster, das separat beiliegende Textblatt oder die Fotokarte der Band, obwohl diese durchaus sehenswert sind. Vielmehr ist es die herausragende Coverversion von Bathorys „The Return…“ durch Cruel Force, die exklusiv auf Vinyl erschienen ist. Die Deutschen bewahren die düstere Atmosphäre des Klassikers und verleihen dem Song durch ihr energiegeladenes Spiel eine ganz eigene Note. Dies gelingt ihnen vor allem durch ein präzises Drum-Intro und die heulenden Gitarren am Ende. Natürlich möchte ich die großartigen Frühwerke von Quorthon keinesfalls schmälern, aber es ist wohl allgemein bekannt, dass die Produktion seines zweiten Albums noch viel Verbesserungspotenzial bot, und Cruel Force wusste dieses genau zu nutzen. Die Band überzeugt in allen relevanten Aspekten, sodass dieses Album eine deutliche Steigerung gegenüber dem soliden Debüt darstellt. Ich freue mich daher sehr, dieses phänomenale Album allen Black-Thrash-Metal-Fans wärmstens empfehlen zu können. Nur wahre Puristen sollten sich davon fernhalten. (METAL ARCHIVES)


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