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Cruel Force - Under The Sign Of The Moon



Release Info: 2011 - High Roller - Full Length
Band Info: Deutschland - 2008 - Thrash Metal
Bewertung: 7,5     


Songs:

1. De Ventus Mahemium
2. Infernal Winds
3. Black Witch Of Doom
4. Obscure Evil
5. Under The Sign Of The Moon
6. Chants Of Mayhem
7. The Return Of The Darkness And Evil
8. Black Oath Of Death
9. Ancient Black Spirit
10. The Gallows Prayer

Zugegeben, ich bin ein Metal-Purist und sehe die Vermischung verschiedener Metal-Stile eher kritisch. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Black Thrash Metal, der mich wirklich mitreißt. Natürlich nur, wenn er gut gemacht ist. Cruel Force demonstrieren diese Mischung auf ihrem zweiten Album eindrucksvoll. Die Riffs sind überwiegend Thrash, obwohl einige von ihnen an Bathory oder Celtic Frost erinnern. Der raue Gesang trägt ebenfalls zur düsteren Atmosphäre bei, während die Produktion ihre Treue zum Underground unterstreicht: Sie zeichnet sich durch einen aggressiven und brachialen Gitarrensound aus, der von kraftvollem Schlagzeug untermalt wird. Obwohl das Schlagzeugspiel technisch nicht besonders aufregend ist, trägt es maßgeblich dazu bei, das Tempo des Albums geschickt zu variieren. Diese Tempowechsel betonen die Black-Metal-Affinität, denn einen Song wie den Titeltrack findet man auf einem klassischen Thrash-Album der Achtziger kaum. Dank seines mittleren Tempos hat er einen hymnischen Charakter, den die Band über die gesamten siebeneinhalb Minuten beibehält. Stoisch schreitet es voran und kann als Soundtrack zu der düsteren Prozession auf dem Cover verstanden werden. Der letzte Song des Albums folgt demselben rhythmischen Ansatz. Im Gegensatz dazu beginnt auch „Black Oath of Death“ langsam, beschleunigt aber zum Ende hin.

Kommen wir nun zu den Uptempo-Nummern im Allgemeinen. Sie zeichnen sich durch exzellentes Gitarrenspiel aus, das eine unheilvolle Stimmung erzeugt, sowie durch eine Vielzahl messerscharfer Riffs. Alle Uptempo-Stücke beeindrucken mit ihrer energiegeladenen Dynamik, die dem herausragenden Songwriting zu verdanken ist. Dabei ist anzumerken, dass Cruel Force nicht nur eine einzige Kompositionsformel verwenden. Während beispielsweise das wuchtige „Black Witch of Doom“ ausschließlich auf hohes Tempo setzt, bietet „Obscure Evil“ faszinierende Breaks und Tempowechsel, ohne dabei auch nur ein Prozent seiner Kraft einzubüßen. Gerade dieser Song mit seiner ungezügelten Power und seiner kompositorischen Raffinesse zeigt das gesamte Spektrum des Könnens der Band. Tracks wie „Infernal Winds“ oder „Chants of Mayhem“ bestechen ebenfalls durch brillante Riffs und sind nicht weniger mitreißend. Man kann also sagen, dass Cruel Force ihr Genre in all seinen Facetten beherrschen. Aus diesem Grund wirkt das Album – selbst in seinen wenigen, etwas schwächeren Momenten – keineswegs eintönig.

Die aufwendig gestaltete Vinyl-Edition setzt ein zusätzliches Highlight. Ich meine damit nicht das Poster, das separat beiliegende Textblatt oder die Fotokarte der Band, obwohl diese durchaus sehenswert sind. Vielmehr ist es die herausragende Coverversion von Bathorys „The Return…“ durch Cruel Force, die exklusiv auf Vinyl erschienen ist. Die Deutschen bewahren die düstere Atmosphäre des Klassikers und verleihen dem Song durch ihr energiegeladenes Spiel eine ganz eigene Note. Dies gelingt ihnen vor allem durch ein präzises Drum-Intro und die heulenden Gitarren am Ende. Natürlich möchte ich die großartigen Frühwerke von Quorthon keinesfalls schmälern, aber es ist wohl allgemein bekannt, dass die Produktion seines zweiten Albums noch viel Verbesserungspotenzial bot, und Cruel Force wusste dieses genau zu nutzen. Die Band überzeugt in allen relevanten Aspekten, sodass dieses Album eine deutliche Steigerung gegenüber dem soliden Debüt darstellt. Ich freue mich daher sehr, dieses phänomenale Album allen Black-Thrash-Metal-Fans wärmstens empfehlen zu können. Nur wahre Puristen sollten sich davon fernhalten. (METAL ARCHIVES)


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