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Ravage (DE) - Ravage



Release Info: 1985 - Metal Blade - Full Length
Band Info: Deutschland - 1984 - Heavy Metal
Bewertung: 6           


Songs:

1. Entrance Of Galaxy 
2. Speed Of Light
3. Long Boats
4. Emergency
5. Living On A Highway
6. Trial By Fire
7. Too Late
8. Peace Of Freedom
9. Yearning
10. Rock Soul
11. Two Sides
12. Coming Alive
13. Burial At Sea
14. Sword & Hero

Wenn ihr wissen wollt, welche Art von Metal ich hasse, hört euch das erste Album von Ravage an. Es gibt viele Ravage-Alben, darunter zwei aus Deutschland, aber nehmt unbedingt dieses hier. Das ist nämlich das, was ich hasse. Interessanterweise hasse ich es nicht nur so halb, sondern ich verabscheue wirklich, was sie damit bezwecken wollten und was ihnen letztendlich gelungen ist. Erstens: Es dauerte elf Jahre nach der überraschend guten EP „ Swords and Heroes“, bis sie sich endlich zusammentaten und dieses Album aufnahmen. Ich nehme an, das bedeutet, dass sie die Songs schon eine Weile gespielt haben, bevor sie sie endlich aufnahmen. Nun ja, es hat nichts gebracht, denn sie sind einfach nur grauenhaft geworden. Zweitens: Es klingt, als hätten sie alles absichtlich so schrecklich wie möglich klingen lassen und ein Cover draufgeklatscht, das wahrscheinlich schon zehn Jahre vor dem Album entstanden ist, um einen vor der Grausamkeit der Musik zu warnen. Aber ich habe die Warnung ignoriert, und nun sind wir hier.

Das Problem – oder eines der Probleme – von Ravage ist, dass es klingt, als ob der Band das Ganze ziemlich egal gewesen wäre. Nichts wirkt durchdacht oder ausgereift, sondern einfach nur lieblos zusammengeschustert, so simpel es eben ging. Der Stil, wenn man ihn überhaupt so nennen kann, bewegt sich in einem überstrapazierten Rock- und Metal-Bereich, ähnlich wie das, was Judas Priest um 1980 auf ihren weniger gelungenen Songs spielten. Wenn man aber an die Hardrock-Nummern wie „Living After Midnight“ denkt, gibt es viele Argumente für deren Berechtigung, etwa die ikonische Bildsprache oder die allgemein positive Stimmung. Über die Bildsprache dieses Albums haben wir uns ja schon unterhalten, aber jegliches Potenzial für gute Laune wird dadurch zunichtegemacht, dass der Sänger klingt, als hätte er die Nase voll und stünde kurz vor dem Ausrasten, selbst bei Balladen wie „Peace of Freedom“, deren Text (glaubt mir) nicht mit dem von „Living After Midnight“ vergleichbar ist. Mein Problem mit diesem Stil ist, dass sich die Songs immer zu langsam anfühlen, als ob sich niemand Mühe gäbe, etwas zu bewegen. Die Fähigkeiten der einzelnen Instrumentalisten werden durch die simplen, groovigen Riffs und gleichmäßigen Beats nie wirklich gefordert. Hinzu kommt, dass auf „Ravage“ vier Instrumentalisten spielen, darunter ein Keyboarder, wobei Oliver Das sowohl Gitarre spielt als auch singt. Dennoch wird kaum versucht, die Songs interessant zu gestalten. Wie bereits erwähnt, fehlt es an Tempo, außer bei einigen wenigen Songs, die an die Speed-Metal-Vergangenheit der Band anknüpfen (die EP klang wie Helloweens Debüt, nur ohne die Aggressivität). „Speed ​​of Light“ erinnert an Stratovarius, die den Lebenswillen aufgeben, und ist eine billige Kopie eines Stücks von „ Dreamspace“.Dann kommt „Trial by Fire“ dem klassischen Speed/Heavy-Rock zwar näher, ist aber so generisch, dass ich keinen Grund sehe, es nochmal zu hören – ich kenne es schon auswendig. Leider sind diese kurzen Versuche, energiegeladen zu klingen, tatsächlich die besten Momente des Albums, man kann sich also vorstellen, wie belanglos der Rest sein muss. Auf fast jedem Track werden dem Hörer lahme Ideen präsentiert, die nur Spott hervorrufen. Manchmal wird versucht, uns glauben zu lassen, dass eine andere Band spielt, indem hinter dem Solo von „Rock Soul“ „Breaking the law, breaking the law“ gebrüllt wird, oder die Motley-Crue-Imitation auf „Emergency“ ist so erbärmlich, dass ich zweimal überlegen musste, ob der Gesang schlüpfrig war oder ein Outtake, bei dem Das etwas in der Luftröhre hatte.

Ich bin noch nicht ganz fertig. Um auf die Teile der Performance zurückzukommen, die mir im Gedächtnis geblieben sind: Ich möchte den extrem dünnen Klang von allem kritisieren , besonders aber den Bass, der bei einer Band mit nur einer Gitarre, die selbst schon recht dünn klingt, fast völlig verschwindet. Die Drums sind zwar einigermaßen im Mix platziert, aber schade, denn der Bassdrum-Sound klingt, als würde ein Typ mit einem Hammer einen Block weiter eine Plane bearbeiten. Außerdem zieht er sich durch fast jeden Song. Keine Variation, keine Fills, nichts. Auch der Gesang findet nie seinen Rhythmus, schreit in mehreren Refrains völlig unmelodisch herum und verfällt in den Strophen in Nichts. Gitarrensoli tauchen zwar ab und klingen in den schnelleren Songs akzeptabel, aber man sollte natürlich nichts Besonderes erwarten.

Zugegeben, Ravage legt in der zweiten Hälfte etwas zu und findet mit einigen härteren Songs wie „Coming Alive“, dem von Savatage inspirierten Titeltrack und „Two Sides“ (das meiner Frau gefällt, weil sie das Intro an die Scorpions erinnert) zu ihrer Stärke zurück. Der Schaden wurde jedoch schon lange vorher durch das kommerziellere Material der ersten Hälfte angerichtet. Was mich wirklich verblüfft, ist, wie Ravage dachten, das sei ein stimmiges Album oder etwas, das im Jahr 2000 Anklang gefunden hätte. Der Stil ist um gut 20 Jahre veraltet und klingt wie eine mittelmäßige Aufnahme aus dieser Zeit. Außerdem enthält es so viele schlechte Songs, dass ich das Gefühl habe, es schon seit drei Stunden zu hören. Ich höre mir jetzt etwas anderes an, wenn es dir nichts ausmacht. (METAL ARCHIVES)
 


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