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Live: Saxon im Z7



Saxon - Girlschool - Fireborn
Montag 03.08.2026 - Z7, Pratteln

Im Rahmen der Z7 Open-Air Serie, machte auch die britische Metal-Legende Saxon Halt in Pratteln. Angekündigt wurde dies vom Veranstalter mit "Metal-Sommergewitter", und beinahe wäre es Tatsache geworden. Dunkle Wolken zogen auf, und auch der Regenradar von Meteo liess nichts Gutes erahnen. Aber Saxon schienen das Gröbste förmlich von der Bühne zu blasen. 

Es regnete nur so, dass man es als Erfrischung wahrnahm. Auch wenn der Zuschaueraufmarsch nicht ganz so gross war wie noch am Vorabend bei Savatage, war der Vorplatz spätestens bei Saxon gut besucht. Die Stimmung zeigte sich ausgelassen, und so stand einem vergnüglichen Dienstagabend nichts im Weg, zumal zwei gute Vorbands das Publikum aufwärmten. (rön)

Fireborn

Für die Band war es ein Heimspiel, denn Fireborn stammen aus Lörrach. Mit ihrem modernen Melodic Power Metal schafften es die Deutschen scheinbar mühelos, neue Fans auf ihre Seite zu ziehen. Nach dem Konzert war der Merchandise-Stand auf jeden Fall gut besucht. Mittelpunkt der Band ist sicher Sängerin Jenny Gruber, welche nicht nur mit einer stimmlichen Spannweite überraschte, die mühelos zwischen glasklaren, melodiösen Passagen und sorgsam eingebauten Growls wechselte, sondern auch eine enorme Präsenz als Frontfrau bewies. Ein Highlight war die spürbare Spielfreude der Bandmitglieder – die Interaktion untereinander und die ständige Verbindung mit den Fans, was zusammen für eine mitreissende Live-Performance sorgte. 

Trotzdem haben die Lörracher immer noch Luft nach oben, denn in Sachen Songwriting muss die Band noch weiter zulegen. Wirklich viel blieb auch nach dem zweiten Live-Auftritt, den ich dieses Jahr miterleben durfte, nicht hängen. Ein wenig mehr Eingängigkeit würde Fireborn gut zu Gesicht stehen. Mit dieser Meinung war ich nicht ganz allein, trotzdem darf man der Truppe ein Kränzchen winden. Sie nahmen sich nach dem Konzert Zeit für die Fans und mit Shirt-Preisen von 25 Franken gaben sie sich sehr fanfreundlich. Wobei es da auch ein Kompliment an Saxon zu verteilen gibt, denn nicht jeder Headliner lässt es zu, dass die Vorbands ihre Preise selbst bestimmen dürfen. (rön) 

Setliste: «Dancing With The Villain» - «Likes For A Life» - «Dreamcatcher» - «Crisis Of Youth» - «Young Heart Dies» - «Point Of No Return» - «Set The World On Fire» - «Pull The Trigger» - «Human 2025» 

Girlschool

Wenn eine der dienstältesten und einflussreichsten All-Female-Metalbands der Geschichte die Aussenbühne des Z7 in Pratteln entert, war klar, dass hier keine halben Sachen gemacht wurden. Girlschool bewiesen auf dem Z7 Open-Air eindrucksvoll, dass echter, unpolierter Heavy Metal absolut zeitlos – und dass Energie keine Frage des Alters auf dem Papier ist. Ich hatte noch die Hoffnung, dass es der Schlagzeugerin Denise Dufort gesundheitlich wieder besser geht, aber leider scheint das immer noch nicht der Fall zu sein, so dass auch heute Abend Larry "Lawrence" Paterson (Ex-Blaze Bayley, Ex-Alcatrazz) den Platz hinter dem Drumkit einnahm und zusammen mit Bassistin Olivia Airey (Nichte von Don Airey) für das Rhythmus-Gerüst sorgte. 

Schon beim ersten Akkord war der charakteristische Sound da: dreckig, laut und ohne schnörkellosen Ballast. Kim McAuliffe und ihre Mitstreiterinnen legten vom Start weg ein Tempo vor, das dem Publikum auf dem Open-Air-Gelände kaum Zeit zum Durchatmen ließ. Die Band präsentierte eine perfekte Mischung aus alten Klassikern der New Wave of British Heavy Metal und neuerem Material, das sich nahtlos in die Setliste einfügte. Hymnen wie «Emergency», «Hit And Run» oder «Race With The Devil» gehörten genauso dazu, wie die Verneigung vor Lemmy in Form von «Bomber». Dass Girlschool in den 80ern eine enge Verbindung zu Motörhead pflegten, dürfte den älteren Lesern sicher bekannt sein. 

Besonders sympathisch fand ich die Attitüde auf der Bühne: Kein durchgestyltes Posiergehabe, kein Backdrop, kein Firlefanz, sondern ehrliche Rock'n'Roll Spielfreude und eine lockere Interaktion mit den Fans vor der Bühne. Die Band hatte sichtlich Spass daran, dem Schweizer Publikum einzuheizen, und die Menge dankte es mit erhobenen Fäusten, und je länger das Set dauerte, umso besser wurde die Stimmung. Die Mitsingspielchen, welche von Gitarristin Jackie Chambers initiiert wurden, waren allerdings nicht von lautstarkem Erfolg gekrönt. 

Erst als Kim die Aufgabe übernahm, wurde das Z7-Publikum geweckt. Es ist ja nichts Neues, dass die Schweizer nicht ganz an die Emotionen des südamerikanischen Publikums heranreichen, um es mal nett auszudrücken. Es soll auch nicht verheimlicht werden, dass nicht ganz alles reibungslos klappte. Einige Verspieler und technische Unstimmigkeiten zu Beginn der Show waren schon da, und so war es sicher nicht der unwiderstehlichste Girlschool Gig aller Zeiten. Die Aufgabe als Anheizer für Saxon haben die Ladys aber hervorragend bewältigt. (rön) 

Setliste: «Demolition Boys» - «C'Mon Let's Go» - «The Hunter» - «Guilty As Sin» - «Hit And Run» - «Future Flash» - «Kick It Down» - «Nothing To Lose» - «It Is What It Is» - «Screaming Blue Murder» - «Tonight» - «Race With The Devil» - «Bomber» - «Emergency» 

Saxon

Der Adler breitete seine Flügel mächtig über Pratteln aus und demonstrierte auf eindrückliche Art und Weise, dass Saxon noch immer zu den allerbesten Metal-Bands gehören. Es war eine Machtdemonstration einer Truppe, die seit 1979 Klassiker um Klassiker veröffentlicht hat und die Fans noch heute mit sensationellen Alben verzückt. Aktuell ist es das 2024 erschienene «Hell, Fire And Damnation» Werk, das aber laut Aussage von Sänger Peter "Biff" Byford bald einen Nachfolger bekommen soll, heisst im Januar 2027. 

In den Set stiegen Biff, die beiden Gitarristen Doug Scarratt und Brian Tatler sowie Bassist Nibbs Carter und Drummer Nigel Glockler mit dem Intro «The Prophecy» ein, um dann mit dem Titelsong des letzten Albums die Erhabenheit zu starten. Wenn schon Power, dann gleich weiter mit «Power And The Glory» und dem leider einzigen Track aus den neunziger Jahren («Dogs Of War»). Für mich der einzige "Kritikpunkt", da sich das Set stark auf die grandiosen Achtzigern beschränkte. Das schien auch der Ventilator von Biff zu enttäuschen, quittierte er doch nach «Power And The Glory» seinen Dienst, was den Sänger zur Aussage hinreissen liess, dass sie auf der Bühne, die gleiche Hitze spüren wollen wie die Fans vor der Stage. 

Es waren erneut die Ansagen des Sängers, welche die Truppe dermassen bodenständig und Fan nah macht. Oder auch das Auslassen eines Songs («And The Bands Played On»), der dann sofort nachgereicht, aber von Brian völlig in den Sand gesetzt wurde. "This song («Heavy Metal Thunder») is from the eighties. Just for the younger people", grinste der Zeremonienmeister ins Mikrofon, um kurz vorher die Leute zu fragen, welche Songs sie spielen sollen: "Which song you wanna hear? «Broken Heroes»? «The Eagle Has Landed»? Okay, I choose, we play both". Es waren auch wieder die schrillen Pfiffe bei «Motorcycle Man» zu hören. Der Klassiker, den Mister Byford mit den folgenden Worten ankündigt: "1980 we have no IPhones, no Spotify, no TikTok, no Facebook and no MTV. But we had vinyl, cassettes, magazins, radios and fucking motorcycles. Okay boys we're going fucking crazy!" 

Saxon spielen nach wie vor wie ein gut geschmierter 12-Zylinder Motor auf. Auch wenn Brian, in meinen Augen, Paul Quinn noch immer nicht ersetzen kann. Allein was die Rhythmus-Achse mit dem unablässig wild bangenden Nibbs und dem Trommel-Tier Nigel (was für eine Double-Bass-Drum-Arbeit!) ablieferte, dafür würden andere Truppen morden. Biff sorgte sich derweil ums Publikum ("…do you feel good?") und bedankte sich immer wieder für die lauten Reaktionen ("…you're a fantastic audience!"). Dies auch in unterschiedlichen Landessprachen: "Thank you! Dankeschön! Mercie beaucoup! Mille grazie! Arrigato!" Die, welche sich aber bedanken mussten, standen vor der Bühne.

Dass Saxon bald wieder kommen würden, versprach Biff, der sich, wie seine Bandkumpels mit den Batches behangenen Jeanskutten der Fans bekleidete und selbst eine «Denim And Leather» Scheibe, die auf die Bühne geworfen wurde, wie auch die Kutten alle unterschrieben wurden. Bloss von der Schweizer Fahne mit dem Saxon Schriftzug wollte sich Biff nicht trennen. "Can I have the flag for the studio? Or will you get back signed? Okay. Bastard!", gab der 75-jährige Sympathikus mit einem breiten Grinsen zu Protokoll. Das grossartige Finale wurde schliesslich mit dem mächtigen «Crusader» gestartet, ging in den Hit «747 (Strangers In The Night)» über und wurde mit dem Jahrhundert-Riff von «Princess Of The Night» beendet. 

Die Band rockte die Bühne, als gäbe es kein Morgen. Dabei bangte Biff immer wieder nach vorne gebeugt und liess Doug die grandiosen Riffs und Solos spielen. Habe ich schon erwähnt, dass die Combo eine punktgenaue Metal-Maschine ist? Dass sie zu den aussterbenden Helden gehören, welche ihr Handwerk nicht als Prestige, sondern als Leidenschaft leben?! Dass Saxon sehr wahrscheinlich in zehn Jahren nicht mehr auf der Bühne stehen werden und somit alle sich die Engländer bei jeder sich noch bietenden Möglichkeit ansehen sollten! "Denim and leather brought us all together" (diese Textzeile wurde kurz davor wie eine heilige Messe von den Fans mitgesungen), besser gesagt Saxon bringen uns den Metal seit über 46 Jahren näher und lernen uns, was göttliche Riffs, mitreissende Refrains und von Gottes Hand geschmiedete Metal-Tracks sind. (tin) 

Setliste: «Intro – The Prophecy» - «Hell, Fire And Damnation» - «Power And The Glory» - «Dogs Of War» - «Madame Guillotine» - «And The Band Played On» - «Sacrifice» - «Motorcycle Man» - «Broken Heroes» - «The Eagle Has Landed» - «Heavy Metal Thunder» - «Dallas 1pm» - «Strong Arm Of The Law» - «Denim And Leather» - «Wheels Of Steel» - «Crusader» - «747 (Strangers In The Night» - «Princess Of The Night»

Fireborn













Girlschool











Saxon






































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