1. Dawnrays
Gateways lebt von enormer Dynamik und dem Kontrast zweier Welten. Auf der einen Seite stehen eiskalte, rasende Blastbeats, melancholisch-scharfe Tremolo-Gitarren und fauchende Harfe-Screams, die eine rauhe, ungezähmte Naturkulisse heraufbeschwören. Auf der anderen Seite fangen verträumte Flötenmelodien, sanfte Piano-Passagen und ergreifender Klargesang die Emotionen auf.
Besonders das Zusammenspiel der Gesangsstile sticht heraus: Die harschen Vocals wirken abgrundtief und verzweifelt, während die klaren Gesangspassagen als strahlender Gegenpol fungieren. Die Produktion ist im Vergleich zu früheren Werken noch ein Stück reifer geworden – organisch, wuchtig und mit ausreichend Raum für jedes einzelne Instrument, ohne die verträumte, fast schon filmische Atmosphäre zu erdrücken.
Gateways ist kein Album für zwischendurch. Es erfordert Aufmerksamkeit, belohnt die Hörerschaft aber mit einer dichten, hochemotionalen Reise durch weite Landschaften und innere Konflikte. Sojourner beweisen einmal mehr, dass sie zu den stärksten Vertretern des atmosphärischen, folk-angehauchten Black Metal gehören. Wer Bands wie Saor, Summoning, Caladan Brood oder frühe Alcest schätzt, wird an dieser Platte nicht vorbeikommen.
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